Personal tools

Views

Kompetenzentwicklung im Netz

geschrieben von am

1. Einleitung

In dieser Arbeit sollen Instrumente vorgestellt werden, die Anwender in ihrer Kompetenz fördern können. Besonders wird hierbei auf netzbasierte Instrumente Wert gelegt, die den Nutzer von einer passiven in eine aktive Rolle übergehen lassen. Durch verschiedene webbasierte Lerntechniken kann nicht nur der Einzelne, vielmehr die gesamte Gruppe Kompetenzentwicklungsprozesse durchleben. Dabei wird der Ausdruck des lebenslangen Lernens oft mit lebenslänglich negativ besetzt. Die neuen Web 2.0 Techniken können den Nutzern jedoch in Situationen verhelfen, die weit ab vom traditionellen Vokabel Pauken entfernt sind. Lernen wird hierbei als der individuelle Erwerb von Kenntnissen verstanden. Dabei konzentriert man sich auf geistige und körperliche Fähigkeiten, auch auf Fähigkeiten, die in einem ganzfunktionellen, lehrbaren, reproduzierbaren und abgreifbaren Sinn stehen. Die immer schneller ablaufenden Prozesse im kulturellen, politischen als auch ökonomischen Bereich erfordern zunehmend kreative Fähigkeiten, die zu einem wirkungsvollen Handeln führen, auch wenn keine ausreichenden Informationen zeitnah zur Verfügung stehen. Dies kann idealerweise durch erworbene Kompetenz geschehen.

Das klassische Lernverständnis, welches bis heute im Schul- wie auch im Universitätswesen weit verbreitet ist, bedarf einer Überarbeitung. Gemäß diesem werden die Lernenden vom Lehrenden bis zur Übersättigung mit Wissen versorgt. Ein davon großer Bestandteil wird, da lediglich im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert, wieder vergessen. Einiges wird auf Vorrat, als sogenannter Wissensspeck abgespeichert und eventuell nie wieder benötigt. Die eigentliche Handlungsfähigkeit erwerben die Schüler und Studenten mehr und mehr in Praktika, voruniversitärer Berufsausbildung und Trainee-Stellen nach dem Universitätsabschluss während des Berufseinstiegs. Auch sind Lernanreize in der Freizeit, Familie und im Verein, Ehrenamt etc. gegeben.

Montessori entwickelte einen geeigneten Ansatz nach dem Motto Hilf mir, es selbst zu tun!1 In diese Richtung aufbauende Gedanken, die seit den siebziger Jahren zunehmend intensiviert wurden, beinhalten, dass informationelles auf Vorrat abgespeichertes Wissen für zukünftiges Handeln nicht mehr ausreicht. Die zunehmend schneller werdenden Prozesse sämtlicher Bereiche des täglichen Lebens fordern vom Handelnden einen höheren, persönlichen Einsatz. Es hat sich in diesem Zusammenhang gezeigt, Fähigkeiten zum selbstorganisierten, kreativen Handeln als Kompetenzen zu bezeichnen. Folglich sind unterschiedlichste Kompetenzen, wie zum Beispiel fachlich-methodische, aktivitätsbezogene als auch sozial-kommunikative zur Bewältigung von Problemen gefragt. Hierbei können neue Techniken wie Web 2.0 und Social Software helfen, die Kompetenz des Nutzers2 aufzubauen oder sogar zu verringern.
Im Zuge dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass diese Methoden im Vergleich zum klassischen E-Learning, mit deren Instrumenten lediglich Inhalte zur Vermittlung von Sachwissen verbreitet werden, bedeutende Vorteile haben.
Bereits Galileo Galilei verdeutlichte, dass man dem Menschen nichts lehren kann. Vielmehr kann man ihm nur helfen, Es in sich selbst zu finden. Auch Immanuel Kant formulierte diesbezüglich, dass man lediglich Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung kreieren, nicht aber Erfahrungen und Kompetenzen wissensförmig weitergeben kann.

2. Wissen, Werte, Kompetenz

Seitdem der Kompetenzbegriff in den siebziger Jahren in der Sozialwissenschaft zunehmend verwendet wurde, hat er sich zu einem Allerweltswort entwickelt. So gibt es Keinen, der keine Kompetenz zu haben scheint. Sei es Kompetenz in Stein, Kupfer, Polyethylen, Ergospirometrie oder gar in der beruflichen Bildung. Erpenbeck fragt in diesem Zusammenhang, ob Kompetenz somit ein nutzloser Begriff sei.3 Karlheinz Geoßler und Frank Michael Orthey sind diesbezüglich der Ansicht, dass Kompetenz ein Begriff für Zuschreibungen, die etwas mit Fähigkeiten zu tun haben, sei. Gustav Bergmann geht hier noch weiter und bezeichnet Kompetenz viel umfassender als etwas von Außen Zugesprochenes.
Im Alltagsverständnis wird Kompetenz mit besonderen Fähigkeiten und ausgesprochen gutem Handeln assoziiert. Im Vergleich zur Qualifikation, bei der die Eigenschaften oftmals an das Subjekt gekoppelt sind, wird unter Kompetenz eine darüber liegende Form von Fähigkeiten verstanden. Erpenbeck definiert Kompetenz als eine Kombination aus Fähigkeiten, Handlungen und Kenntnissen. In diesem Zusammenhang sei es aber auch wichtig, mit Nichtwissen zurecht zu kommen, um auch in diesem Fall erfolgreich agieren zu können. Dies setze allerdings biografisch erworbene Selbstorganisation und Reflexion voraus.4

Kompetenzen spielen in der Lebenswelt des 21. Jahrhunderts in jedem Fall eine bedeutende Rolle. Um den Begriff in die Sammlung ähnlicher Bezeichnungen einzuordnen, sollen verschiedene Begriffe kurz erläutert werden. Abbildung 1 zeigt in diesem Zusammenhang die Anforderungen der Arbeitswelt im 21. Jahrhundert.5

Selbstorganisationsfähigkeit ist immer dann nötig um im Arbeitsalltag neue Fähigkeiten erwerben zu können und mit einer zunehmend komplexen, problematischen Umgebung zurecht zu kommen. Es werden vermehrt neue Denk- und Handlungsschritte benötigt. Diese setzen voraus, dass der Nutzer selbstorganisiert handelt, reflektiert und sich weiter entwickelt. Dabei kann er sich seiner Lebenserfahrung bedienen.

Qualifikationen sind an objektive Ziele gekoppelt und dadurch leichter messbar. Wichtig hierbei ist, dass Qualifikationen ohne Kompetenzen, nicht aber Kompetenzen ohne Qualifikationen, realisierbar sind. Beide Begriffe sind scharf voneinander zu trennen.

Werte und Normen sind im Zusammenspiel mit Fertigkeiten, Fähigkeiten als auch Kenntnissen und Qualifikationen zu sehen. Werte und Normen gehen jedoch oft im Alltagshandeln verloren. Ein gutes Beispiel liefert dazu die jüngste Bankenkrise.

Weiche Faktoren sind zwar sehr viel schwieriger messbar, dennoch viel entscheidender für das Humankapital eines Unternehmens. Kreative Ergebnisse und Handlungen in einem Unternehmen können nur dann erreicht werden, wenn weiche Faktoren mit berücksichtigt werden.

2.1 Was ist Wissen und wie wird es vermittelt?

Es existieren zahlreiche Wissensdefinitionen. Erpenbeck unterscheidet hier zwischen einer engen und einer weiten Definition.6 Im weiteren Sinne nennt er hier eine Bezeichnung für allgemein verfügbare Orientierungen im Rahmen alltäglicher Handlungs- und Sachzusammenhänge. Hierunter kann zum Beispiel das Alltagswissen fallen.
Im engeren, philosophischen und wissenschaftlichen Sinn sei der Wissensbegriff abzugrenzen von Meinung und Glauben. So wird der enge Wissensbegriff dafür benutzt, wenn erklärt werden soll, dass Wissen das Ergebnis der Verarbeitung von Informationen durch das Bewusstsein ist. Wissen ist nach Erpenbeck die Vernetzung von Informationen, welche es dem Träger ermöglicht, Handlungsvermögen aufzubauen und Aktionen in Gang zu setzen.7
Keuth definiert Wissen als positives Sachwissen der Wirklichkeit. Hier sind Kenntnisse gemeint, die von Regeln, Normen, Werten, Kompetenzen und Erfahrungen wertfrei sind.8

Wissensmanagement kann als Management für Informationen bezeichnet werden. So kann die Wissensweitergabe an Arbeitnehmer und Manager einen bildungstechnischen Sinn haben. Wissen und Informationen werden so dargestellt, wie man es vom schulischen Sektor gewohnt ist. Den Lehrenden kommt dabei die Aufgabe der Auswahl, Reihenfolge und der Art der Darbietung zu. Dem Lernenden werden die Informationen dargeboten.

Im Vergleich zum Wissen im weiteren Sinne steht dagegen, dass Wissen in den Köpfen der Menschen entsteht. Es werden Informationen wahrgenommen, bewertet und mit den subjektiven Erfahrungen der Nutzer verglichen. Es kann also festgehalten werden, dass all das zum Wissen gehört, was eine Person gelernt hat.
Der weite Wissensbegriff ist auf die gesamten Aktionen im geistigen und physischen Handeln bezogen. Guido Franke stellt fest, dass Wissen immer etwas im Gedächtnis eines Individuum Gespeichertes ist.9 Er unterscheidet zwischen Sachwissen, motivatorischem Wissen und prozeduralem Wissen. Dieser Ansatz geht in die gleiche Richtung wie der enge und weite Ansatz.

In diesem Zusammenhang ist zu fragen, ob und wie Wissen vermittelt werden kann. Franke unterscheidet drei Wissensbereiche, die sich nach Gedächtnistyp, Wissensinhalt und Speicherort unterscheiden. So speichert das Kleinhirn motorische, kognitive und limbische Regelungen im motorisch-prozedualen Gedächtnis. Das episodische und semantische Gedächtnis speichert Orte und Handlungen sowie sprachliche, also bewusstseinsfähige Inhalte, in der rechten und linken Sphäre des Großhirns.10 Das emotionale Gedächtnis speichert emotionale Wertungen im Thalamus, also im Zwischenhirn.

Schaut man auf die Wissensvermittlung, kann diese nach Erpenbeck instruktional und kognitivistisch weitergegeben werden.11 Instruktional wird Wissen dann vermittelt, wenn reine Informationen stur gelehrt werden. Es handelt sich hierbei um ein passives, rezipierendes Lernen, welches auch Reiz-Reaktionslernen sein kann. Als Beispiel lässt sich hier das typische Vokabel pauken nennen. Anstelle dessen könnte auch das Verständnis der Wortbildungen der jeweiligen Fremdsprache erlernt werden. Kognitivistisch wird Wissen dann weitergeben, wenn die Lernenden vor Aufgaben und Probleme gestellt werden, die es zu lösen gilt. Es handelt sich hierbei um informationsorientiertes Lernen, bei dem die Lerninhalte selbständig verarbeitet und nicht durch stupide Ja/Nein-Aussagen reduziert werden. Die Auswahl der Lernumgebung als auch der Lernmedien richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Lernenden. Wissen im weiteren Sinne wird deshalb weitestgehend durch kognitivistisches Lernen verbreitet. Zu konstruktivistischem Lernen können Anreize gezählt werden, die selbst gesteuert und organisiert sind. Es handelt sich hierbei um problemorientierte, situative Kontexte in einem sozialen Prozess.12 Der Lernende konstruiert seinen Wissenserwerb selbst. Zudem soll neues Wissen in verschiedenen Kontexten und unter vielfältigen Perspektiven angewendet werden. Als weiterführende Bearbeitung der Wissensvermittlung sei an dieser Stelle die Didaktik erwähnt.

2.2 Was sind Werte und wie werden sie vermittelt?

Wirft man einen Blick auf die Wertvermittlung, unterteilt Erpenbeck diese in eine normative, strategische und operative Ebene, wobei die eigentlichen Werte in der oberen Etage der normativen Leitlinien, Grundsätze und Visionen angesiedelt sind.13 Werte werden oft als etwas angesehen, auf das man in der schnelllebigen Praxis nicht unbedingt zu achten braucht. Der Bestsellerautor und Gründer der International Management Group IMG Marc Mc Cormack berichtete in einem Interview, dass er gerade in unserem schnelllebigen Business auf Werte wie Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit besonderen Wert legt, dies habe die Grundlage für seinen weltumspannenden Erfolg gelegt. In der selben Minute wurde diesbezüglich einer seiner Manager befragt, der mit der Antwort, Wir lernen vom Markt und geben dieses Verhalten an den Markt weiter, genau das Gegenteil wiedergab. Das Vorleben von Werten und dessen Weiterleben von Mitarbeitern in einem Unternehmen sind also zwei verschiedene Seiten.

Denkt man im Allgemeinen an Werte, werden hier Dinge wie eine saubere Umwelt, gute Entlohnung, Rechtssicherheit, soziale Sicherheit, Arbeit, Gesundheit, Partnerschaft, Demokratie, Freizeit, Bildung, Freude, Wohlstand und vieles mehr genannt.14 Diese Werte werden jedoch oftmals als etwas Objektives betrachtet. Jedoch besteht weitgehend Übereinstimmung darin, dass Werte immer eine Relation darstellen. Ein Mensch, ein Unternehmen oder eine Nation bewertet ein Objekt, eine Eigenschaft oder einen Sachverhalt. Dies erfolgt in der Regel aufgrund früherer Erfahrungen und Beziehungen als auch Wissen.15 Werte und Handeln durchdringen unser gesamtes Wissen, Handeln und Denken. So wertet jeder Mensch nahezu in jedem Moment seines Handelns Irgendjemand oder Irgendetwas. Dies richtet sich oftmals nach dem subjektiven Hintergrund und den Einstellungen des Nutzers. So sind Werte die Bezeichnungen dafür, was aus verschiedenen Gründen aus der Wirklichkeit hervorgehoben wird und was wünschenswert und notwendig für Denjenigen, der die Wertung vornimmt, ist, sei es ein Individuum, eine Gesellschaft oder eine Institution.
Durch Werte wird kompetentes Handeln konstruiert, da dieses Handeln aufgrund der vorher vereinbarten Werte basiert. Werte überbrücken fehlendes Wissen und ermöglichen Handeln aus einer Unsicherheitssituation. Werte können fehlende Kenntnisse ersetzen und die Lücke von Kenntnissen und Handeln schließen. Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass es kein kompetentes Handeln ohne Werte geben kann, da die vereinbarten Werte erst kompetentes Handeln ermöglichen.

2.3 Was sind Kompetenzen und wie werden sie vermittelt?

Wie bereits dargestellt, enthalten Kompetenzen Fertigkeiten, Wissen im engeren Sinne, Selbstorganisationsfähigkeiten und Qualifikationen.16 Kompetenzen werden erst im Handeln der jeweiligen Person sichtbar. Sie lassen sich wie Lebenserfahrung nicht lehren. Kann man sie dennoch vermitteln? Um diese Frage zu beantworten muss man sich dem Begriff Kompetenz näher zuwenden. Im täglichen Sprachgebrauch wird Kompetenz als Zuständigkeit, Befugnis oder Rechtmäßigkeit verstanden. In den siebziger Jahren wurden Kompetenzen als Schlüsselqualifikationen bezeichnet. Heute werden sie hingegen mit dem Weiterbildungszeitgeist als Wissensbestandteile, Fertigkeiten, Qualifikationen und Persönlichkeitseigenschaften gleich gesetzt.
Erpenbeck bringt die Kompetenz mit drei wesentlichen und unabdingbar wichtigen Eigenschaften in Verbindung.17 Zum einen erwähnt er als wichtigsten Bestandteil die bereits angesprochene Selbstorganisationsfähigkeit in Bezug auf Denk- und Handlungsprozesse. Es handelt sich um keine Fähigkeiten sondern um bestimmte Befähigungen, die ein kreatives Handeln unter Unsicherheitsaspekten einen offeneren Ausgang geben.
Desweiteren stellt Erpenbeck in Bezug auf die Qualifikationsabgegrenztheit die Überlegungen an, wie sich Kompetenzen von anderen Bewusstheitsresultaten wie Wissen, Fertig- und Fähigkeiten, als auch Qualifikationen abheben. Regeln, Werte und Normen werden in diesem Zusammenhang als Ordnungskraft der Selbstorganisation gesehen. Die Wertorientiertheit als auch dessen Verwertbarkeit wurde bereits behandelt. Erpenbeck führt an, dass Kompetenzvermittlung stets Wissensvermittlung plus Wertvermittlung ist.

Um den Begriff der Kompetenz enger zu fassen, soll er im Folgenden aus verschiedenen Sichtweisen betrachtet und definitorisch umrissen werden. Dabei ist anzumerken, dass es nicht eine objektiv eindeutige Definition geben kann. Erpenbeck versteht unter Kompetenz die Dispositionen18 zur Selbstorganisation, also Selbstorganisationsdispositionen. Dabei ist unter Selbstorganisation jenes Handeln zu verstehen, dass in offenen Problem- und Entwicklungssituationen in chaotischen und wirren Zuständen wie sie Standard in Wirtschaft und Politik sind, besonders großen Erfolg verspricht. So zeigte bereits Smith mit seiner Unsichtbaren Hand, dass ein Rückzug der Regularien stets zum Positiven in einer Volkswirtschaft führen kann. Dass diese Selbstorganisation jedoch auch in gewissen Rahmen verlaufen muss, wurde durch die jüngste Bankenkrise wieder verdeutlicht.

Es ist heute also nicht mehr gefragt, sich von einem zuvor definierten Anfangs- in einen erwünschten Endzustand zu bewegen, vielmehr ist es notwendig, neue Ideen ohne zuvor festgelegte Zielvorgaben eigenständig zu entwickeln. Dies kann jedoch nur dann geschehen, wenn der Unternehmung ein Freiraum zur Nichteffizienz gegeben wird, wo Nutzer sich austoben und ausprobieren können.

Kompetenzen werden verallgemeinert von Erpenbeck als Fähigkeiten verstanden, die zum selbstorganisierten Handeln befähigen. So gibt es keine Kompetenzen ohne physische oder geistige Fertigkeiten, genau so wenig wie ohne Wissen und ohne Qualifikationen. Fertigkeiten, Wissen, Qualifikationen sind im Gegenzug keine Eigenschaften, die Kompetenz garantieren. In dessen Folge gibt es eine Menge von Personen, die qualifiziert inkompetent erscheinen. Um den Unterschied von Fertigkeiten, Fähigkeiten, Qualifikationen und Wissen greifbarer zu machen, soll im Folgenden eine Abgrenzung auszugsweise geschehen.

Als Fertigkeiten bezeichnet Erpenbeck die durch Übung erlangten Komponenten von Tätigkeiten. Diese sind passiv erlernt unter dem Einfluss geringer Bewusstseinskontrolle und werden innerhalb des beruflichen Anforderungsfeldes erlernt. Auch im schulischen Bereich können Fertigkeiten, beispielsweise durch Multiplizieren oder Auswendiglernen, beim elementaren Rechnen und Schreiben erlangt werden. Diese Fertigkeiten sind Voraussetzung für jegliche Art von Kompetenzentwicklung, jedoch keine Kompetenzen an sich. Fertigkeiten sind handlungszentriert und nicht ausschließlich von Begabungen und Talenten abhängig.

Fähigkeiten bezeichnet Clauß als verfestigte Systeme verallgemeinerter psychophysischer Handlungsprozesse.19 Teichler unterscheidet allgemeine, abstraktionsbezogene oder flexibilitätsbezogene, bereichsspezifische (zum Beispiel allgemeine körperlich-sportliche, sprachliche, logisch-mathematische, künstlerische) und berufsspezifische (zum Beispiel spezielle technische, handwerkliche, künstlerische) Fähigkeiten.20

Qualifikationen bezeichnen Komplexe von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten.21 Über diese muss eine Person im beruflichen Alltag in der Regel verfügen, um erfolgreich aufgabenorientiert agieren zu können. Außerhalb des Arbeitsprozesses sind die Qualifikaitonen in der Regel durch Zertifizierungen überprüfbar.22 Besonders wichtig sieht auch Erpenbeck das Verhältnis von Qualifikation und Kompetenz. Zur Entwicklung von Kompetenz bedarf es eines hohen Niveaus von Qualifizierung. Hochkompetente Nutzer sind in der Regel auch qualifiziert.

2.4 Unterscheidung verschiedener Kompetenztypen

Richtet man den Blick auf verschiedene Kompetenztypen, so erkennt man eine regelrechte Kompetenzarchitektur. Die Basis bilden die sogenannten Metakompetenzen.23 Hierunter versteht man allgemein Fähigkeiten zur Selbstorganisation. Diese sind weitestgehend kontextfrei und umfassen zum Beispiel: Selbsterkenntnisvermögen, Selbstdistanz, Wertrelativismus, Empathie, Situations- und Kontextidentifikationsfähigkeit, Interventions- und Lösungsfähigkeit.24 Von personalen Kompetenzen wird dann gesprochen, wenn das eigene Handeln klug, kritisch und selbstreflexiv hinterfragt wird und die eigene produktive, kreativitätsfördernde Einstellung entwickelt wird. Unter Umsetzungs-, Aktivitäts- und Handlungskompetenzen versteht man entschlussstarke Handlungen. Fach- und Methodenkompetenzen kommen dann zum Einsatz, wenn schier unlösbare Probleme mit notwendigem, fachlichem und methodischem Wissen gelöst werden können. Von sozial-kommunikativen Kompetenzen spricht man, wenn Kommunikations- und Kooperationsprozesse auf interpersonaler und interorganisationaler Ebene optimiert werden. Hier sollen Konfliktpotentiale minimiert und zu höchstmöglicher Kreativität des individuellen und kooperativen Handelns führen. Im Zentrum sämtlicher Kompetenztypen stehen Selbstorganisations- und Selbstoptimierungsprozesse.25 Bergmann gibt eine umfassende Übersicht verschiedener Kompetenztypen, die an dieser Stelle aber nicht noch einmal genannt werden sollen.26

3. Kompetenzentwicklung im Netz

Wenn man behauptet, dass sich Web 2.0 Instrumente im Vergleich zu Web 1.0 Instrumenten besser zur Kompetenzentwicklung eignen, sollten diese sich in das gegebene Raster einordnen lassen. Eignen sich Web 2.0 Instrumente überhaupt, um bestimmte Aufgaben, beispielsweise innerhalb eines Eintwicklungsbereichs eines Unternehmens, zu realisieren? Kann man die Effektivität mit Web 2.0 Instrumenten steigern? Will man eher individuelle oder gruppenorientierte Wege beschreiten? Ist überhaupt klar, welche Kompetenzen man entwickeln will? Davon hängt auch ab, welche Kommunikationsmittel man benutzen wird. Hierbei kann man zwischen differenziert sprachlichen Mitteln unterscheiden sowie sich der Netzautorität mit Hilfe von Identifikationen und Nachahmung von Alpha-Personen, wie Leadern, Moderatoren oder Meinungsmachern bedienen.
Es bleibt jedoch die Frage nach der emotionalen Identifikation der Nutzer, der kognitiven Dissonanz und der emotionalen Bindung der Methode. Ist dieser Aspekt nur schwach ausgeprägt, hilft die beste Web 2.0 Anwendung recht wenig. Nur ein E-Learning, welches echte Entscheidungssituationen bietet, kognitive Dissonanzen setzen und emotionale Labilisierungen und Irritationen erzeugen kann, wird zum Kompetenzlernen beitragen können. Dieses bieten Web 2.0 Instrumente in erheblichem Maße.
Die Veränderung des klassischen E-Learning in Web 2.0 Technologien verändert auch das schulische und universitäre Lernen. Es sind zunehmend nicht mehr Qualifikationen gefragt, die als Endpunkt von Ausbildung und Bildung, sondern als Einstieg von Kompetenzentwicklung gesehen werden können. Das sogenannte Wissensmanagement hat sich als Kompetenzmanagement geoutet und wird heute auch als solches praktiziert. Folglich ist die Wissensgesellschaft der Zukunft eine Kompetenzgesellschaft. Der globale Konkurrenzkampf wird als Kompetenzkampf ausgefochten. Diese Entwicklungen fordern und fördern das Kompetenzlernen im Netz.

Erpenbeck verdeutlicht anhand einer Gegenüberstellung die Unterschiede zwischen Web 1.0 und Web 2.0. Wobei er das klassische E-Learning als Anti-Social-Software bezeichnet. Diese Bezeichnung ist durchaus plausibel, vor allem deshalb, da beim Web 1.0 das klassische Sender-Empfänger-Prinzip, welches auch im Schul- und Universitätsunterricht praktiziert wird, immer noch aktuell ist.27

Der Übergang von Web 1.0 zu Web 2.0 Instrumenten ist viel mehr als nur eine technische Veränderung. Vergleichen lässt sich dies mit dem in den sechziger Jahren von Magnus Enzensberger entwickelten Baukasten zur Theorie der Medien. Enzensberger unterteilte diesen in einen repressiven und einen emanzipatorischen Mediengebrauch.
Der repressive Mediengebrauch zeichnet sich nach Enzensberger danach aus, dass er ein zentralgesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern besitzt, welcher die Konsumenten passiv macht und sie entpolitisiert. Spezialisten produzieren Inhalte und werden durch Eigentümer oder Bürokratie kontrolliert. Enzensberger forderte schon damals einen emanzipatorischen Gebrauch der Medien, welcher jeden Empfänger gleichsam auch zu einem Sender machen ließ. Die bis dahin technischen Barrieren seien nur künstlich gemacht. Es fragt sich allerdings an dieser Stelle, in wie weit ein Empfänger technisch gesehen ohne Internet leicht zu einem Sender werden kann. Die heutige Sendemöglichkeit über das Web, sei es über Twitter & Co., lässt diese Hürde leicht brechen.

Bezüglich des Lernvorgänge im Netz lässt sich folgendes feststellen. Die klassische Wissensvermittlung geht über in eine Kompetenzvermittlung, oder wie Nigel Paine, Chef der Personalgewinnung der BBC es einmal trefflich formulierte: Vom E-learning zum e-LEARNING. Der vor Jahren dominierende Technikaspekt nimmt eine immer untergeordnetere Rolle ein, der Bildungsaspekt, also das LEARNING eine immer wichtigere. Glaubten früher die Techniker und Programmierer, das neue Feld für sich besetzen zu können, müssen diese heute mehr und mehr den Bildungsexperten und Weiterbildungsprofis weichen.28 Für diese Experten stellt sich jedoch nicht die Frage, ob Wissen über das Netz vermittelt werden kann, vielmehr stellt sich die Frage, ob die vorhandenen Technologien in der Lage sind, Kompetenz und Kompetenzentwicklung zu vermitteln. Wer sich heute also nicht mit der Kompetenzvermittlung durch E-Learning auseinandersetzt und dessen Entwicklung verschläft, indem er diese den Technikern überlässt, hat in Zukunft nur geringe Aussichten auf Erfolg. Am Erfolg des E-Learning an sich lässt sich nicht zweifeln. Der Markt wird auch in Zukunft weitere Umsatzsteigerungen aufweisen. Dieser wird sich jedoch eher weg vom E-Learning hin zur Kompetenzentwicklung bewegen. Aus diesem Grund ist es notwendig, neue und bessere Software zu entwickeln. Solange keine neuen kompetenz- und bildungsnahen E-Learning- Instrumente weiterentwickelt werden, werden die traditionellen Portale ihre Daseinsberechtigung bestätigt sehen.
Erpenbeck beobachtet, dass in der Pädagogik von einem wissensvermittelnden Frontalunterricht zu einem kompetenzvermittelnden dialogischen Unterricht übergegangen wird.29

Im Folgenden werden einige methodische Bereiche des E-Learning vorgestellt.

3.1 Virtuelle Communities

Das Lernen in Communities ist in einem hohen Maße selbstorganisiert. In Learning Communities leiten sich die Ziele meist aus formalen Zielen ab. Die Aufgabe der Bildungsträger ist es, qualitativ hochwertige Lernprozesse mit Hilfe von didaktischen Methoden zu verfeinern.
In Communities of Practise gibt es keine formellen Lernpfade. Die Nutzer wählen selbst die Ziele, Inhalte, Strategien, Methoden und Kontrollmechanismen ihrer Lernprozesse. Der Erfolg hängt davon ab, dass hierfür solche Methoden entwickelt werden, die den Individuen helfen, ihre Selbstorganisation zu intensivieren.

3.2 Foren, Mailinglisten, News Groups

In asynchronen, selbstorganisierten Foren und News Groups und bei Verwendung von Mailinglisten werden in überraschend starker und unterschiedlicher Weise Kompetenzen vermittelt und gefördert. Nutzer, die ihre Kompetenz fördern wollen, und über wenig flexible Zeit verfügen, können mit diesen Tools hervorragend mit Dritten kommunizieren. Auch für synchrone Kommunikationstools, bei denen alle Nutzer zur gleichen Zeit am gleichen virtuellen Ort sein müssen, gilt dies. Diese Herangehensweise setzt allerdings eine mediale Kompetenz und einen guten Netzzugang voraus. Dies ist in letzter Zeit immer mehr aufgrund von günstigen Telekommunikationsflatrates der Fall. Dennoch besteht hier nach Erpenbeck bezüglich des Zugangs immer noch ein hoher Forschungsbedarf.

3.3 Social-Software

Wenn man sich Web 2.0 Instrumente anschaut, muss man sich fragen, in wie weit sie Potential haben, echte Kompetenzveränderungen und Entwicklungen zu realisieren. Nach allgemeiner Ansicht haben diejenigen Kompetenzlerninstrumente das höchste Potential, die eine Selbstorganisation zulassen und vorantreiben. Im Folgenden werden einige Anwendungen vorgestellt.

3.4 Tagging

Unter Tagging versteht man die Form der freien Indexierung. Diese Indexierung kann mit Hilfe verschiedener Arten von Social Software ohne Regeln zugeordnet werden. Insbesondere werden hier Webseiten, Fotografien, Weblinks und andere Webinhalte kategorisiert. Diese Tags können jederzeit erweitert und ergänzt werden. Die Gesamtheit aller Tags erschafft eine Markierungsgesamtheit, einer sogenannten Tag Cloud. Eine solche Tag Cloud ist leicht zu durchschauen und ermöglicht die Entdeckung von neuen Zusammenhängen. Eine Sammlung von Tags kann auch als Folksonomy bezeichnet werden. Eine entwickelte Folksonomy ist ein gemeinsam geteiltes Vokabular und für die jeweiligen Nutzer leicht einseh- und veränderbar. Die Entstehung der Folksonomy (ursprünglich aus folk taxonomies), also Laien-Taxonomien wird von Thomas van der Wal zurückgeführt, der diesen Begriff erstmalig im Jahre 2003 auf der Internetseite del.icio.us anwandte.

3.5 Semantic Web

Unter Semantic Web wird versucht, Bedeutungen von Begriffen und dessen Relationen zu erfassen, zu formalisieren und zu operationalisieren. Ein diesbezüglich einfaches Beispiel ist die Unterscheidung zwischen Berufsbezeichnung und Familienname. Der Gedanke des Semantic Web ist so alt wie das Internet selbst. Dessen Ausbau und Nutzung ist nach Erpenbeck jedoch ein Schlüssel zur Beherrschung der rasant wachsenden Informationsfülle.

3.6 Peer to Peer Communication

In der Kommunikation handelt es sich um eine Rechner-Rechner-Verbindung. Man spricht hierbei von einer Kommunikation unter Gleichen. In einigen Kontexten wird hier auch von einer Querkommunikation gesprochen. In einem Peer to Peer Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können Dienste zur Verfügung stellen, als auch diese in Anspruch nehmen. Jedoch werden die Nutzer oftmals in Abhängigkeit von ihrer Qualifikation in verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese Gruppen übernehmen verschiedene Aufgaben. Diese Methode wird auch für die Distribution sehr großer Datenmengen in Anspruch genommen. Der ursprüngliche Distributor dieser Daten wird jedoch nicht mehr in den gesamten Prozess mit einbezogen. Dies verringert die Verteilungskosten und den individuellen Aufwand jedes Einzelnen signifikant aufgrund der entstehenden Redundanzen im Verteilungsprozess. Dies garantiert Sicherheit und Verfügbarkeit der entsprechenden Daten und vermindert die Abhängigkeit vom Ursprungsverteiler. Das bekannteste Peer to Peer Protokoll ist Bit Torrent.

3.7 Weblog

Ein Blog ist ein von einer Person oder Gruppe im Internet geführtes Tagebuch, was für definierte Lerngruppen oder alle Internetnutzer zugänglich ist und deren Einträge die Möglichkeit der Kommentierung bieten. Aktuelle Beiträge sind so angeordnet, dass sie am oberen Ende stehen. Themen und die Qualität der Blogs im Netz sind breit gestreut. Schätzungsweise gibt es allein in Deutschland vierzig bis fünfzigtausend Blogger. Dabei können Blogs thematisch zentriert oder breit gefächert sein. In erster Linie dienen Blogs als öffentliches Tagebuch. Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt und schreibt die Einträge zunehmend aus einer subjektiven, gonzo-journalistischen Perspektive.30
Weitere Varianten der Blogs sind Vlogs (Videoblogs), bei denen der Blog durch Videoeinträge gestaltet wird und Moblogs, bei denen zahlreiche Situationen des Bloggers mit Bildern hinterlegt werden. Eine Variante des Vlogs sind Podcasts. Hier werden Videos oder Audiodateien über das Web als Teil eines herkömmlichen Blogs veröffentlicht.

3.8 E-Portfolio

Elektronische Portfolios werden in digitaler Form als Werbemappen oder Projektdokumentationen an Schulen, Universitäten und auch in der betrieblichen Welt vielfach als digitale Kompetenzprofile gestaltet, wo sie im Rahmen der Neuen Medien innovativer umgesetzt werden können.31 Persönliche Websites stellen oftmals ein solches Portfolio bereit, etwa im Sinne eines Bewerbungsportfolios, wie beispielsweise bei Models. Allerdings werden diese Portfolios auch an Universitäten eingesetzt, wobei sich im Fall von E-Learning auch virtuelle Sammlungen als Formen der direkten Leistungsvorgabe anbieten. Von realen Portfolios unterscheiden sich E-Portfolios in der Art der Darstellung, weniger jedoch in den Inhalten.

3.9 Wikis

Ein Wiki ist ein Hypertext-System für Webseiten, dessen Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden können. Diese Eigenschaft wird durch ein vereinfachtes Content Management System bereit gestellt. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist eine bekannte Anwendung, welche diese Technik nutzt. Wikipedia wird von ehrenamtlichen Autoren stets auf dem Laufenden gehalten. Jeder Internetnutzer ist aufgerufen, sein Wissen mit einzubringen, indem er neue Artikel erstellt als auch vorhandene verbessert. Wikis ermöglichen es, mit verschiedenen Autoren gemeinsam an einem Text zu arbeiten. Wikis können lokal sowohl auf dem Desktop als auch im Intra- oder Internet eingesetzt werden. Auch größere Firmen nutzen Wikis zur Erfassung von Wissen und auch als Arbeits- und Präsentationsform. Wikis ermöglichen einen hohen Grad an Selbstorganisation und offener Innovation. Sie können auch auf verschiedene Themenbereiche und Branchen spezialisiert werden. Sie sind ein Ansatz, implizites Wissen zu explizieren und eignen sich hervorragend, um gemeinsam Dokumente zu erarbeiten.
Eine Form des Wikis ist das sogenannte Bliki. Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung von einem Wiki und einem Blog. Es bezeichnet eine Software, in der einzelne Textbeiträge in einem Weblog chronologisch dargestellt werden, wobei die aktuellen Einträge oben stehen.

3.10 RSS

RSS ist die Abkürzung für Really Simple Syndication und bedeutet nichts weiteres als wirklich einfache Zusammenstellung von Inhalten. Es handelt sich um einen Service auf Webseiten, der wie bei einem Nachrichtenticker, die Überschriften mit einem kurzen Textanriss und einem Link zur Originalseite enthält. Die Bereitstellung von RSS im Netz bezeichnet man als RSS Feed. Der Nutzer kann diesen Feed beispielsweise über einen Webbrowser, einen RSS Browser oder ein Emailprogramm abonnieren. Er enthält dann in regelmäßigen Abständen neuste Informationen der entsprechenden Website. Der Nutzer kann dann direkt den angebotenen Links folgen und dort die vollständige Meldung lesen. Die Adresse eines RSS Feeds ähnelt einer normalen Webseite. Der RSS Feed hat somit gewisse Ähnlichkeit mit einem Newsletter.

3.11 Mobile- und Rapid Learning

Beim Mobile Learning werden die zu vermittelnden Inhalte so aufbereitet, dass sie über mobile Endgeräte wie PDA, Notebooks, Mobiltelefon, MP3-Player etc. genutzt werden können. Informationen sind überall verfügbar. Lernen kann jederzeit und ortsunabhängig praktiziert werden. Beispielsweise kann Gedächtnistraining mit diversen Endgeräten jederzeit ausgeübt werden.

Unter Rapid Learning versteht man das schnelle Lernen von Inhalten, die entsprechend so aufbereitet sind, dass sie durch den Nutzer leicht zu merken sind. Mit dieser Software können relativ unerfahrene Anwender das notwendige Wissen schnell in ein multimediales und netzbasiertes Lernen umsetzen. Es geht hierbei um die schnelle Produktion von gut aufbereiteten Inhalten.

4. Kompetenzentwicklung im Netz mit Blended Learning und Social Software

Wie in den vorherigen Kapiteln dargestellt, eignet sich das traditionelle E-Learning nur bedingt zur Vermittlung von Kompetenzen und Werten. Die Web 2.0 Instrumente hingegen haben hierfür ein großes Potential. Auf dieser Grundlage soll nun der Zusammenhang von Kompetenzentwicklung im Netz, der dafür verwendeten Social Software und ihrem Einsatz im Blended Learning32 nachgegangen werden. Dazu wird zunächst der Begriff des Blended Learning dargestellt und in Zusammenhang mit den zu realisierenden Kompetenzentwicklungsmöglichkeiten untersucht.
Die Pädagogik ist insbesondere im Bereich der betrieblichen Bildung einem ständigen Wandel unterworfen.33 Lernen erfolgt nicht wertneutral. Vielmehr unterliegt das betriebliche Lernkonzept verschiedensten Einflüssen. Es entwickelt sich anhand der am Markt und in den Betrieben befindlichen Bedürfnissen. Somit sind pädagogische Konzepte einem ständigen Wandel unterworfen. Sie müssen gar zukünftige Entwicklungen erkennen und vorwegnehmen. Dennoch dürfen die Ziele der Kompetenzentwicklung, des E-Learning und der Social Software keinen Modewellen unterliegen. Sie spiegeln die Anforderungen der Unternehmen an ihre Mitarbeiter und Führungskräfte, aber auch an das veränderte Informations- und Kommunikationshandeln in den Betrieben wieder. Im beruflichen Arbeitsalltag, in dem immer mehr Informationsaustausch online in Video-Konferenzen, Emails, Blogs oder Wikis abläuft, verknüpfen sich Kommunikations-, Qualitäts- und Kompetenzentwicklungssysteme zunehmend mit klassischen Lernformen zu innovativen Elementen des Wissensaustauschs. Ziel der Kompetenzentwicklung ist deshalb auch die Fähigkeit, neue Instrumente und Methoden der Unternehmenskommunikation und des Wissensmanagements zu verinnerlichen.
Lernprozesse, die mit Hilfe der Neuen Medien durchgeführt wurden, haben in der Vergangenheit mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen. Dies hat zu einem differenzierten Bild des E-Learnings in der Praxis geführt. So gab es mehrere Versuche und Ansätze mit dem Ziel, neue Medien oder Netzsysteme in die Qualifizierungsprozesse zu integrieren. Im Mittelpunkt stand hierbei der Prozess der Wissensvermittlung und die Qualifizierung der Lernenden. Es wurden überwiegend Insellösungen kreiert, obwohl die veränderten Rahmenbedingungen und Anforderungen grundlegend neu gestaltete Lernprozesse erfordern.34

Abbildung 3935 verdeutlicht, dass am Anfang des E-Learnings die Wissensvermittlung zunächst offline über Computer Based Trainings lief. Danach folgte die Erweiterung über das Web Based Training. Um die Jahrtausendwende fanden die bewährten Erfolge der Pädagogik wieder Zuspruch, indem die Qualifizierungskonzeptionen, in denen Lehr- und Lernformen, Sozialformen und Medien bedarfsgerecht auf die Zielsetzung und die Lernkultur hin konzipiert wurden. E-Learning-Konzepte wurden damit zu einem Teil des ganzheitlichen Lernkonzeptes.36 Expertenbefragungen des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung bestätigen diese Trends. Wikis, Learning-Communities und Open Educational Ressources, d.h. Tools, die über das Internet frei zugänglich sind, gewinnen an Bedeutung. Content-Partnerschaften zwischen Unternehmen und Universitäten werden sich auch in Zukunft intensivieren. Kooperatives-, informatives, E- und Rapid E-Learning sind in Zukunft wichtige Themenbereiche.37 Die Veränderungen aller Lern- und Lehrbereiche werden durch die Entwicklung der Net Generation beflügelt, die bereits von Geburt an mit interaktiven Medien aufgewachsen ist, und sich zunehmend mehr in den Communities einbringt.38 39

Kompetenzentwicklung mit Blended Learning erfordert Lernarrangements, die dem Lernenden die Möglichkeit bieten, sich das notwendige Wissen nach seinen individuellen Bedürfnissen selbst anzueignen.40 Die Verinnerlichung kann im Rahmen von Dissonanzen erzeugenden Aufgaben, also Planspielen realisiert werden.
Das Blended Learning Konzept basiert auf kompetenzorientierten Lernzielen, die im Rahmen der Kompetenzerfassung definiert werden. Die Kompetenzen werden stetig überprüft und an neue Lernziele angepasst. Erpenbeck definiert zwei Erfolgsfaktoren des Blended Learnings.41 Zum einen handelt es sich um die steuernde Lernermöglichung, die selbstorganisierte Lernprozesse fördert und gemeinsame Vereinbarungen über die zukünftigen Meilensteine ermöglicht. Zum anderen basiert erfolgreiches Lernen auf ein regelmäßiges Feedback von Lernenden, Lehrer und Tutoren. Hierbei spielen Motivationsanreize und allgemeine Unterstützung der Lernenden durch den Lehrer eine große Rolle.

Im Folgenden sollen verschiedene Lerntheorien vorgestellt werden. Im Rahmen dieser Arbeit kann nicht auf die einzelnen Themenbereiche im Einzelnen eingegangen werden, wie es eigentlich notwendig wäre. Die Bereiche des Behaviourismus, Kognitivismus, Konstruktivismus als auch Konnektivismus werden deshalb lediglich angerissen. Im Anschluss daran wird auf die Kompetenzentwicklung mit Blended Learning eingegangen.
Die nun vorgestellten Lerntheorien erklären in erster Linie den Lernprozess selbst und berücksichtigen weniger die Lernenden in einer vernetzten, globalen Welt. Gerade aber diese benötigen den Nutzen von Wissen, welcher für die Lösung von Praxisproblemen benötigt wird, um zu erkennen und zu bewerten, und einen gemeinsamen Prozess mit Lernpartnern weiter zu entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass der Lernende die notwendigen Erfahrungen kompakt aufbereitet bekommt. Er ist gar nicht in der Lage, diese Fülle von Informationen aufzubereiten, geschweige denn überhaupt zu sammeln. Er ist auch auf die Erfahrungen von Kollegen, Führungskräften und Partnern angewiesen, um die Aufgaben, die durch die Praxis gestellt werden, zu meistern. Als wichtiger Aspekt ist hier der Ansatz des Konnektivismus zu nennen, auf den später detaillierter eingegangen wird.
Die Vielfalt der Lernformen lässt sich durch die Einbindung neuer Medien erheblich erweitern. Abbildung 4442 zeigt die Lerntheorien in Anlehnung an Baumgartner / Kalz 2004, S. 14. Die von ihnen dargestellten Lerntheorien stellen einen guten Beitrag zur Kompetenzentwicklung dar. Sie kommen in der Praxis nicht in Reinform vor, dienen aber als Vorlage und Orientierungshilfe für die Konzipierung eigener Lernsysteme.

4.1 Behaviorismus

Der Behaviorismus geht von einem Lernmodell aus, nach dem befähigte Personen nicht befähigte Personen anleiten und zu einem bestimmten Verhalten anregen. Während im allgemeinen Sprachgebrauch Verhalten und Handeln synonym betrachtet werden, zeigen sich in einer näheren Betrachtungsweise Unterschiede. Verhalten wird durch Aspekte beschrieben, die auf abhängiges, fremdgesteuertes und nicht reflektiertes Reagieren hindeuten. Handeln ist zielgerichteter zu deuten. Es beschreibt eine bewusste Tätigkeit, die auf individuellen und sozialen Wissensstrukturen aufbaut.43 Die Lerntheorie des Behaviorismus konzentriert sich auf die Vermittlung des abstrakten Faktenwissens, das als erstes Orientierungswissen bei den Lernenden aufgebaut werden soll.44
Zwischen Lehrenden und Lernenden existiert eine klare Rollenverteilung mit einer klar definierten Sender-Empfänger-Beziehung. Die Lernenden definieren die Feinziele im Rahmen vorgegebener Strukturen und organisieren das zu vermittelnde Wissen. Durch regelmäßiges Feedback geben sie den Lehrern Anreize zur Verbesserung. Diese sind jedoch im Lehrprozess eher passiv, während die Lernenden eine aktive Position einnehmen. Die Lehrprozesse sind vor allem durch den klassischen Frontalunterricht, Folienpräsentationen, Tafelbilder und Wiederholungen und Übungen gekennzeichnet.
Das Behavioristische Modell orientiert sich lediglich am Lernerfolg. Der einzelne Lernende wird bezüglich seiner Motivation und Emotion nicht beachtet. Das Lernen dieses Ansatzes baut immer auf vorhandenem Lernen auf. Damit können, losgelöst vom System, einzelne Lernschritte bestehender Wissensstrukturen nicht separat vermittelt werden. Der Ansatz eignet sich jedoch gut zur Automatisierung neuer Lernprozesse.
Das behavioristische Konzept dient dem heutigen E-Learning der 1. und 2. Generation als theoretische Grundlage. Auch hier werden übergeordnete Ziele in kleinere Lernschritte unterteilt. Durch die ständige Überprüfung der Lernerfolge, kommen die Nutzer schnell zum Ziel. Bei zu hohen Fehlerraten werden die entsprechenden Lektionen wiederholt. Der Lernende muss dabei einem vorgegebenen Weg detailliert folgen. Selbst eingebrachte Gedanken sind dabei nicht erwünscht, da sie das Ziel im Ganzen verfehlen können.
Der Vorteil liegt jedoch darin, dass der Lernende die Programme mit seinem persönlichen Lerntempo und Teilschritten bearbeiten kann. Die Möglichkeit, auch einzelne Aufgaben nach eigenem Ermessen zu wiederholen, vermittelt eine hohe Sicherheit. Nachteilig zu bewerten ist jedoch, dass die unterschiedlichen Potentiale der Nutzer nur unzureichend berücksichtigt werden.

4.2 Kognitivismus

Beim Kognitivismus werden die Aktivitäten der Lernenden als integrativer Bestandteil des Lernprozesses gesehen. Dieser kann selbst geplant, überprüft, reflektiert und korrigiert werden.45
In der kognitiven Psychologie wird gefragt, ob die Menschen ihre Erfahrungen strukturieren und ihnen einen Sinn beimessen können. Der Kognitivismus wird als Lernprozess des aktiven Wahrnehmens, Erfahrens und Erlebens beschrieben. Neues Wissen wird hier auf der Basis bereits vorhandener Erfahrungen gebildet, indem der Nutzer Wissen aufnimmt und verarbeitet.46 Im Kognitivismus wird der Lernprozess selbst und nicht dessen Ergebnis betrachtet. Lernen erfolgt durch Einsicht. Der Lernende nimmt auch hier eine aktive Rolle ein, indem er konkrete Problemstellungen löst und verschiedene Methoden und Strategien anwendet. Der Lehrende nimmt hierbei die Position eines Tutors ein und gibt den Lernenden ständiges Feedback. Bei Bedarf greift der Lehrende, welcher auch das Lerntempo initiieren und steuern kann, aktiv in den Lernprozess ein und unterstützt den Lernenden. Es findet beidseitige Kommunikation statt. Die Lernenden entwickeln eine eigene Problemlösungsstrategie, wählen passende Methoden aus und reflektieren über ihren Lernfortschritt. Der Aufbau von prozeduralem Wissen ist wichtiger als die Aufnahme von Faktenwissen. Ersteres wird durch fachlich-methodische Kompetenzen geprägt, die ein Individuum zur Lösung von Problemen benutzt. Damit wird auch die Werthaltung und das Handeln der Menschen, also auch die personalen und aktivitätsbezogenen Kompetenzen gefördert.

Negativ beim Kognitiven Prozess ist, dass eine nahezu laborähnliche Umgebung geschaffen wird, die auf die Problemlösungen und das Vorwissen und die Fähigkeiten der Lernenden ausgerichtet werden. Daher können sie mit realen Problemen aus dem Arbeitsalltag nur bedingt verglichen werden.

Kognitive Lernprogramme zeichnen sich vor allem durch Benutzerfreundlichkeit und Adaptivität aus. Dabei interagiert die Lernumgebung mit dem Lernenden und reagiert auf sein Verhalten. Der Lernende kann je nach Entwicklungsergebnis unterschiedliche Lernpfade durchlaufen. Künstliche Systeme sind jedoch, wie der Name schon sagt, künstlich und können die komplexen Aspekte der Realität nicht vollständig erfassen. An Modellen können lediglich ausgewählte Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Vieles wird als konstant gesetzt oder es werden Annahmen getroffen. In Folge dessen können aus Lernsystemen und aus den Lernenden falsche Schlüsse gezogen werden. Der Kompetenzentwicklungsprozess ohne den Einbezug der Nutzer ist ohnehin nicht durchführbar.

4.3 Konstruktivismus

Die Realität ist komplex, dynamisch, unübersichtlich und spezifisch. Eine eindeutige Lösung wie im Modell ist nicht möglich. Die diesbezüglichen Entscheidungssituationen sind in der Realität nicht pädagogisch aufbereitet, nicht in leicht verarbeitete Portionen unterteilt und passen auch nicht in eine feste Zeitplanung. Die Frage stellt sich nun, in wie weit die Lernenden zu einer eigenständigen Identifikation und Lösung von Problemen geführt werden können. Nach der konstruktivistischen Theorie ist Wissen an ein Individuum gebunden und spiegelt den individuellen Hintergrund und die erlebte Wirklichkeit wieder. Wissen ist somit in einem Akt des Erkennens und Erlernens integriert und nicht fest gespeichert. Es kann somit nur auf andere übertragen werden, wenn es rekonstruiert wird. Aus Sicht des Konstruktivismus ist Lernen ein aktiver, situativer und sozialer Prozess, bei dem das Wissen und die Wirklichkeit des Nutzers selbstgesteuert interpretiert und konstruiert wird. Unter konstruktivistischen Bedingungen kann das Lernen am Arbeitsplatz gefördert werden. Folglich wird durch selbstorganisatorische Aneignung von Wissen und Kompetenzen am Arbeitsplatz die gewünschte Aneignung von Wissen und Arbeiten erreicht. Erpenbeck fügt hinzu, dass die Begriffe selbstorganisatorisch und selbstgesteuert leicht zu defnieren sind. Dabei ist die Selbststeuerung, ein Begriff der Kybernetik und Selbstorganisation, im Konstruktivismus zu Hause. Im Praktischen Gebrauch werden jedoch beide Begriffe gleich verwendet.47

Werden Lernprozesse, und damit ist lebenslanges Lernen gemeint, entsprechend der individuellen Problemstellungen der Mitarbeiter gestaltet, können diese zur Motivationsförderung beitragen. Folglich wird der Lerntransfer verbessert, indem komplexe Arbeiten in einer Umgebung, die sich den natürlichen Verhältnissen der Realität nähert, bearbeitet werden. Die neuen Medien und virtuelle Lernsysteme können dazu beitragen, diese Voraussetzungen zu schaffen.48

Die kognitivistische Lernkonzeption ist darauf konzentriert, die Lösung von vorher definierten Problemstellungen zu meistern. Im Arbeitsalltag gibt es jedoch keine vorher definierten Probleme, die von spezifischen Rahmenbedingungen losgelöst sind. Konstuktivistische Lernsysteme sehen keinen direkten Wissensentwicklungsprozess im Austausch mit der Außenwelt vor, sondern setzen voraus, dass die Lernenden Wissen aus eigenen Stücken erzeugen und verarbeiten können.49 Lernprozesse und Lernen im konstruktivistischen Ansatz sind also individuelle Prozesse, bei denen Wissen individuell konstruiert wird. Im Mittelpunkt steht der Lernprozess, der durch sechs zentrale Merkmale definiert wird.50

Lernen wird hier als ein aktiver Prozess verstanden, der durch selbstständige und eigenständige Beteiligung der Lernenden im Lernprozess geführt wird. Weiterhin wird Lernen als konstruktiver Prozess vom Lehrer konstruiert. Dieser knüpft an vorhandene Wissensstrukturen an. Eine direkte Wissensübertragung von Lehrer zum Lernenden wird als nicht möglich angesehen, da der Lernprozess nach den individuellen Erfahrungen des Lernenden gestaltet wird. Lernen wird deshalb als emotionaler Prozess beschrieben, weil sich Stress und Angst negativ auf den Lernprozess auswirken. Wissen, welches über Druck und Zwang vermittelt wird, bleibt träge und oberflächlich. Neues Wissen kann nur über positive Emotionen vermittelt werden.
Lernen ist ein selbstorganisierter Prozess. Die Lernenden organisieren und steuern ihren Lernprozess eigenverantwortlich. Sie identifizieren sich mit dem Lernstoff und passen das Lernen individuell an ihr Lerntempo an.
Als sozialer Prozess wird Lernen deshalb bezeichnet, weil der Wissenserwerb in Interaktion mit anderen Lernenden und Experten erfolgt. Hierbei bilden Kommunikation und Reflexion die Basis des individuellen Lernprozesses.
Lernen kann abschließend auch als ein situativer Prozess verstanden werden, da das erworbene Wissen sich im Kontext zur Lernsituation und zur Lernumgebung entwickelt. Lernen sollte deshalb ständig in der Umwelt des Nutzers verankert werden, auch wenn dies nur spielerisch geschieht.
Unter dem konstruktivistischen Ansatz wird Lernen am Arbeitsplatz gefördert sodass durch selbstorganisatorische Aneignung von Wissen und Kompetenzen die angestrebte Verbindung von Lernen und Arbeiten erreicht werden kann. Lebenslanges und selbstorganisatorisches Lernen kann somit realisiert werden. Dies geschieht besonders dann, wenn die Lernprozesse entsprechend den Anforderungen der Anwender angepasst und aufbereitet werden. Sie müssen dem Wissensstand der Lernenden entsprechen. Dadurch wird der Lerntransfer verbessert. Komplexe Aufgaben können effizienter bearbeitet werden.

In konstruktivistischen Systemen sind die Rollen durch folgende Aspekte geprägt: Lernende und Lehrer kommunizieren gleichberechtigt miteinander. Sie arbeiten gemeinsam an der Lösung von Problemen. Dabei nehmen die Trainer die Rolle eines Entwicklungspartners ein. Sie kooperieren mit den Lernenden und unterstützen sie bei der Lösung der Aufgabenstellungen. Die Lehrer steuern die Lernprozesse und flankieren und coachen die Lernprozesse im Rahmen der vereinbarten Ziele. Sie schaffen somit die Möglichkeit für die Teilnehmer, individuelle Lernprozesse innerhalb der Wissenskonstruktion zu gestalten.
Die Instrumente des Web 2.0 sind für dieses kooperative Lernen gut geeignet, weil sie die aktive Teilnahme der Lernenden an Kommunikationsprozessen fördern.

4.4 Konnektivismus

Der Konnektivismus berücksichtigt die wachsende Tendenz der Lernenden zu informellen und vernetztem Lernen. Dabei kommen elektronisch gestützte Medien zum Einsatz. Eine Vielzahl von Begriffen wurde in der Vergangenheit verwendet, um das Lernen in Netzwerken greifbar zu machen.51 Der Zugang zur Net-Generation wird unabhängig vom Alter definiert. Entscheidende Merkmale der Net-Generation sind daran zu erkennen, dass Dokumente in erster Linie an technischen Endgeräten verfasst werden. Telefonnummern, Termine und Aufgaben werden nur noch digital verwaltet. In Besprechungen werden PDAs und Notebooks benutzt. Dies impliziert eine ständige Erreichbarkeit per Internet oder Mobiltelefon. Der User wird wie einst der Computer auch multitaskingfähig. Verschiedenste Aufgaben werden zur selben Zeit parallel bearbeitet.

Seufert nennt verschiedene Lernvoraussetzungen der Net Generation, die neue Anforderungen an die Lernsysteme und Lernenden stellen. So werden die Informationen schneller aufgenommen und verarbeitet. Verschiedene Lernprozesse laufen parallel ab. Die Lernenden springen häufig zwischen mehreren Themen hin und her und ignorieren Unwesentliches. Visuelle Darstellungen gewinnen an Bedeutung. Der ständige Austausch von Informationen innerhalb eines Netzwerks wird immer wichtiger. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, wächst. Präferenzen für Phantasiewelten, Wettbewerb und hohe Interaktivität mit schnellen Feedback Mechanismen wachsen. Das Lernen wird zu einem kontinuierlichen, lebenslangen Prozess. Dieser dringt auch in das private Leben immer mehr ein und bestimmt teilweise die Freizeitaktivitäten.52

Seufert nennt Gefahren, die im Zuge der zunehmenden Vernetzung auftreten können. Diese Gefahren sind über die Gestaltung der Lernarrangements weitgehend aufzufangen. So kann der steigende Medienkonsum eine passe Konsumhaltung fördern. Es gibt häufig nur oberflächliche Kontakte im Internet, zwischenmenschliche Kontakte im Netz werden verdrängt, da diese eher auf Distanz gepflegt werden. Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer untereinander wird geringer. Es dominieren eher Bilder, weniger aber der Inhalt in Form von Text. Die Schriftsprache wird auf eine reine Textverarbeitung reduziert.53

Die Jugendlichen wachsen heutzutage in zwei vollkommen gegensätzlichen Welten auf. Auf der einen Seite integrieren sie sich immer mehr in das Web 2.0, auf der anderen Seite werden sie von einer Lehrkultur gebremst, die selber Angst hat, sich mit den neuen Medien auseinander zusetzen und lieber in Zeiten der Feuerzangen Bowle stehen bleiben würde. Die Entwicklungen sind jedoch auch nicht durch diese Einrichtungen aufzuhalten. Entweder man geht mit der Zeit oder man geht mit der Zeit. So ignorieren die meisten Schulen noch heute die beschriebenen Entwicklungen vollkommen. Daher ist es fraglich, ob diese Einrichtungen überhaupt Kompetenzen zur selbstorganisierten, eigenverantwortlichen und eigenmotivierten Nutzung des Internets und insbesondere sämtlicher Web 2.0 Instrumente vermitteln können, um die Lernenden auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.
Siemens stellt fest, dass der Behaviorismus, der Kognitivismus und der Konstruktivismus diesen Veränderungen nicht mehr gerecht wird. Sämtliche Modelle basieren auf der Annahme, dass Lernen auf eigenen Erfahrungen basiert. In der heutigen Gesellschaft ist es aber gar nicht mehr möglich, sich sämtliches Lernen durch Eigenerfahrungen anzueignen. Die moderne Wissens- und Kompetenzgesellschaft ist, genau wie die Handelsgesellschaft, eine Teil- und Spezialisierungsgesellschaft. Auch ist eine einfache Übertragung von Wissen der Lehrenden auf die Lernenden nur beschränkt möglich. Der Hintergrund und die Strukturen jedes einzelnen Lernenden sind so verschieden, dass eine standardisierte Wissensvermittlung nur bedingt Erfolg versprechen kann.
Wissen erfolgt in einem Kontext zwischen Lehrenden und Lernenden. Ein Großteil des Wissens entsteht durch Dritte, durch Organisationen oder durch Datenbanken. Lernen ist somit nicht ein Prozess, der einzig und alleine von einer Person abhängt, sondern weitestgehend durch das Umfeld geprägt wird.
Es ist deshalb notwendig, dass die Lernenden ein offenes Lernsystem haben, um mit Netzwerkpartnern kommunizieren zu können. Die Lehrenden werden immer mehr die Rolle eines Mentors übernehmen, der aktiv zuhört und bei Bedarf anleitet, Feedback gibt, berät oder korrigiert. Der Lehrer schafft entsprechende Entwicklungssituationen, in denen eine optimale Wissensaneignung möglich wird.

Die traditionellen Lerntheorien konzentrieren sich in erster Linie auf den Lernprozess im engeren Sinne und vernachlässigen die Tatsache, dass die Lernenden die Kompetenz zur Netzwerkbildung benötigen. Erpenbeck nennt einige Grundsätze, die als Ansatz des Konnektivismus für die Lernkonzeption definiert werden sollen. So liegt die Entscheidung über die Ziele der Lernprozesse primär bei den Lernenden.54 Das persönliche Wissen des Einzelnen wird in ein Netzwerk integriert und in einem gemeinsamen Lernprozess weiterentwickelt. Gleichzeitig dient es anderen Nutzern als Lernquelle. Beim Lernen werden verschiedene Wissensquellen und -knoten miteinander verbunden. Der Aufbau von Netzwerken zwecks Problemlösung führt zu größeren Erfolgen als das eigene Recherchieren. Die Pflege von Netzwerken fördert und erleichtert damit das Lernen.
Denken, Motivationen und Emotionen beeinflussen sich gegenseitig und müssen daher im Lernprozess miteinander verknüpft werden.55 Das Lernen umfasst nicht nur die reine Wissensvermittlung, sondern auch die Vermittlung von Werten, Denkhaltungen und Normen. Die Fähigkeit, immer aktuelles Wissen zu erlangen, ist für die Lernenden wichtiger als persönliches Wissen. Folglich ist es wichtiger, in Erfahrung zu bringen, wo man Wissen nachschlagen und finden kann, als die Informationen selbst zu kennen. Henry Ford wurde einmal als Dummkopf dargestellt, weil er bestimmtes Faktenwissen, welches in den Schulen damals vermittelt wurde, nicht hatte. Als Argument brachte er seinen Kritikern entgegen, dass er nur auf einen Knopf zu drücken brauche, und der jeweilige Spezialist stünde vor ihm. Man sieht also an diesem Beispiel, dass Fakten- und insbesondere Spezialistenwissen nicht unbedingt wichtig ist, man muss lediglich wissen, wo man es nachschlagen kann.
Konnektivismus ist also eine pragmatische Lernkonzeption, welche die gesellschaftlichen Veränderungen in Bezug auf das Lernen von Menschen aktiv aufgreift und konsequent in die geplanten Lernprozesse integriert. Die Instrumente des Web 2.0 gewinnen immer mehr an Bedeutung, da sie den Wissensaustausch über das Netz optimal fördern können.

5. Kommunikationsinstrumente und Kommunikationsformen im Netz

Nachdem auf die Lernkonzeptionen eingegangen wurde, soll nun auf verschiedene Kommunikationsinstrumente im Netz eingegangen werden. Dabei wird sich in erster Linie auf die beiden Instrumente Wiki und Weblog eingegangen. Andere Kommunikationsinstrumente sind auch wichtig und müssen deshalb der Vollständigkeit halber auch hier vorgestellt werden. Beim Netzkompetenzlernen ist es notwendig, dass die Beteiligten offen über ihre Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge reden. Hierbei können langfristige Handlungsroutinen abgebaut und Entwicklungsprozesse vorangetrieben werden. Sauter erkennt im Ausbildungskontext ein verblüffendes Phänomen. Nutzer, die bisher im Lernalltag eine Ellenbogengesellschaft erlernt und Wissen möglichst für sich behalten und nur im Beisein eines Lehrers von sich gegeben haben, öffnen sich in Learning Communities und tauschen produktiv ihre Gedanken aus, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.56 Eine grundlegende Voraussetzung ist, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse, die von den einst Schweigsamen preis gegeben werden, nun schriftlich verfasst werden. Ihr Wissen steht nun greifbar und belegbar in Textform vor. Das Wissen kann somit als materiell bezeichnet werden. Wird Wissen jedoch über bloße Sprachmitteilung wiedergegeben, handelt es sich um eine immaterielle Weitergabe. Hier kann im Endeffekt der Autor, Urheber und Wissensvermittler in einer Klassengemeinschaft, wenn überhaupt nur noch erschwert, ausgemacht werden.

Des weiteren erkennen die Teilnehmer nach Erpenbeck den Nutzen, den sie durch eine aktive Mitwirkung am Kommunikationsprozess erhalten. Mit Seminaren und Workshops in denen Präsenzveranstaltungen als verpflichtender Bestandteil vorausgesetzt werden, wird eine hohe Verbindlichkeit geschaffen. Diese untermauert auch einen förmlichen Beginn und ein Ende sowie die Setzung von Meilensteinen, welche zeitlich strukturiert und durch detaillierte Vereinbarungen gesichert sind. In der Gruppenarbeit entsteht eine stabile und dauerhafte Netzwerkbeziehung der Nutzer untereinander. In Folge dessen wird das Lern-Netzwerk systematisch ausgebaut. Trainer, Tutoren, Coaches sowie Führungskräfte begleiten diese Prozesse und setzen ihnen gewisse Regeln und Grenzen auf, wobei hier nur bedingt ein Rahmen die Richtung vorgibt. Zug um Zug sollen die Lernenden die schrittweise Planung und Steuerung der Communities in Eigenverantwortung vornehmen.
Wichtig ist, dass das klassische Verständnis des Lernens auf Vorrat hier keine Geltung findet. Es wird nicht etwas gelernt, um dann etwas anzuwenden, sondern es wird erst und nur dann gelernt, wenn Wissen angewendet wird.57 In diesem abschließenden Abschnitt werden die gebräuchlichen synchronen und asynchronen Kommunikationsmöglichkeiten per E-mail, Chat, Foren oder Instant Messages vorgestellt. Jedoch geben auch ausgewählte Web 2.0 Instrumente sinnvolle Lösungen, die es vorzustellen gilt, an die Hand.

Die steigende Anzahl der Communities im Web zeigt, dass die soziale Realität der Nutzer um einen enormen virtuellen Anteil erweitert wurde. Menschen beginnen einen Teil ihres Lebens offline und einen anderen Teil online zu organisieren. In den Gemeinschaften laufen vorher vereinbarte Regeln, Werte und Normen ab. Diese steuern und intensivieren den sozialen Zusammenhalt der Community. Marotzki identifiziert in Online Communities mehrere Strukturmerkmale. Die Online Community verfügt über einen charakteristisches Erscheinungsbild, eines sogenannten Leitparameters. Dieser bestimmt im wesentlichen die Struktur. Die soziale Ordnung wird im Rahmen der soziographischen Struktur gebildet. Diese sozialen Kompetenzen sind abhängig von der jeweiligen Anerkennung der Teilnehmer untereinander. Jedoch werden diese auch durch Regeln und Normen vorgeschrieben. Diese finden Ausdruck in einem Regelwerk, den sogenannten Zugangs- oder Nutzungsregeln. Die Zielsetzung einer Community bestimmt die Kommunikationsstruktur. Die Auswahl der Instrumente erfolgt durch die Fragestellung, wie die jeweiligen Kommunikationsinstrumente am besten realisiert werden können.
Der in den Communities erschaffene Wissenspool bildet eine Wissensstruktur. Es entsteht ein Wissensschatz, eine Wissensdatenbank. Diese kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Community sich nach den Lern- und Kommunikationsbedürfnissen der Mitglieder richtet. Es sind Elemente erforderlich, die das erzeugte Wissen schnell auffindbar machen.
Die Mitbestimmung der Communities steigert sich auf dem Weg von der Learning Community kontinuierlich zur Community of Practise. Den Teilnehmern wird im Laufe der Zeit mehr Eigenverantwortung zugestanden. Dies fördert die Selbstorganisation der Gruppe und hilft der Community of Practise, sich kontinuierlich zu gestalten.
Die Blended-Learning-Struktur zeichnet sich durch die Verknüpfung der Online-Kommunikation und den Präsenzveranstaltungen aus. Dadurch wird die perfekte Weiterentwicklung der Teilnehmer gewährleistet.

Die Kommunikationsformen im Internet können synchron als auch asynchron verlaufen. Beide Formen ergänzen sich. Es ist jedoch wichtig, dass zuvor vereinbart wird, dass die Nutzer fast ausschließlich über das System kommunizieren und lernen. Nur so können die Lernpartner von den Fragen und Problemen der Kollegen profitieren.

5.1 Synchrone Kommunikationsformen

1. Synchrone Kommunikationsformen sind die in unserer Netzkommunikation am häufigsten angesiedelten. Der Mensch ist gewohnt, Auge in Auge und spontan zu kommunizieren.58 Die Kommunikationspartner sind in der Lage, unmittelbar Rückkopplungen anzustossen.
Instant Messaging steht im Englischen für die sofortige Nachrichtenübermittlung. Bei diesem Nachrichtensofortversand kommt eine Kommunikationsmethode zum Einsatz, bei der sich in der Regel zwei oder mehrere Teilnehmer über Textnachrichten, die sie über die Computertastatur und mit Hilfe eines Instant Messaging Clients eingeben, unmittelbar unterhalten können. Dies geschieht, indem sie sich über einen Serviceprovider einwählen und dann über eine Serververbindung miteinander konnektiert werden. Der Unterschied zum Chatting besteht darin, dass keine Verabredungen notwendig sind. Die abgeschickten Nachrichten werden dem Empfänger in diesem Moment mitgeteilt, indem er online geht. Ist der Empfänger online, kann er direkt reagieren. In dieser Abfolge läuft die Kommunikation viel flüssiger ab als beispielsweise beim Emailversand. Das Instrument eignet sich sehr gut für die spontane Kommunikation und fördert die Zusammenarbeit im Ganzen.

Bei Skype handelt es sich um eine Voice Over IP Software mit Instant Messaging-Funktion. Als Zusatz ist hier die Datenübertragung und die Videotelefonie möglich. Diese Formen der Kommunikation sind weitestgehend kostenlos. Auch kann das kostenpflichtige Telefonieren zwischen einem Skype-Nutzer und einem Festnetzanschluss erfolgen. Zudem bietet Skype die Möglichkeit eines Anrufbeantworters. Auch ist es möglich, Videokonferenzen mit maximal fünf Personen zu führen.

Nach Erpenbeck können folgende Skype-Funktionalitäten für die Kommunikation von Lernprozessen sinnvoll sein:

• Skype Out, ein kostenpflichtiger Dienst, mit dem Telefonate ins Festnetz und Mobilfunknetz geführt werden können.
• Skype SMS, mit dem SMS-Nachrichten an eine oder mehrere Personen gleichzeitig versandt werden können.
• Skype Textunterhaltungen ermöglichen beispielsweise einen Zweier-Chat.
• Skype Sofortnachrichten ermöglichen den schriftlichen Austausch mit anderen Skype-Nutzern.
• Gruppenchats sind mit einer Nutzeranzahl von bis zu 100 Mitgliedern möglich.
• Skypecasts sind live moderierte öffentlich zugängliche auditive Gruppendiskussionen mit bis zu 100 Teilnehmern und einem Moderator.
• Videokonferenzen als kostenloser Service von Skype.
• SkypeFind, ein Branchenbuch, welches von Skype-Nutzern gepflegt und verwaltet wird. Jeder Nutzer kann die Relevanz und Qualität der jeweiligen Einträge bewerten.
Chat kann wörtlich mit Plaudern oder Quatschen übersetzt werden. Hiermit wird die elektronische Kommunikation in Echtzeit, meist über das Internet, bezeichnet. Die ursprünglichste Form des Internet-Chats ist der reine Textchat, bei dem lediglich Zeichen ausgetauscht werden. Die neuesten Techniken erlauben eine Ton- und Videospur und ersetzen zunehmend den reinen Textchat. In Folge dessen spricht man vom reinen Audio- und Videochat. Der Textchat hat gegenüber dem Videochat jedoch einen Vorteil. Er kann mit geringem Aufwand leichter dokumentiert und später nach Schlagwörtern durchsucht werden.
Im Lernsystem eignet sich der Chat für viele Funktionen. Durch dieses Kommunikationsinstrument können offene Fragen durch den Erfahrungsaustausch sofort geklärt werden. Zudem können Communities durch Terminabstimmung und Themenklärung entstehen.
Chats unterstützen die Kommunikation der Lernpartner untereinander mit dem Tutor. In der Regel erfolgt diese in Kleingruppen. In 3D-Chats wie Second Life agieren die Nutzer über virtuelle Figuren, sogenannten Avataren. Die Chatinhalte haben in der Regel eher spontanen Charakter, so dass dort kaum Beiträge für eine gemeinsame Wissensbasis entstehen.

Bei Live E-Learning Trainings, sog. Live Lessons handelt es sich um Online-Schulungen, die zu einem festen Termin im Internet ablaufen. Der Trainer sitzt beim Live E-Learning am PC, verwendet ein Headset und nutzt eine spezielle Kommunikationssoftware. Hinzu kommt in der Regel eine Präsentationssoftware, z.B. Excel, Powerpoint u.a., um die Inhalte zu veranschaulichen. Die Nutzer hören und schauen am PC zu, oftmals in kleinen Gruppen von 2 bis 5 Teilnehmern. Auf Fragen der Nutzer kann der Lehrer direkt eingehen. Dies fördert in erheblichem Maße die Kommunikation. Die Live Trainings können mit einem geringen Aufwand eingesetzt werden. Ihre Stärke entfalten sie im Rahmen von Blended Learning Arrangements, bei denen aus organisatorischen Gründen nur eine begrenzte Anzahl von Präsenzveranstaltungen gegeben ist.59 Sie dienen der Präsentation und Verbreitung von Teilnehmerbeiträgen und Fragen. Auch können Verbindlichkeiten, wie beispielsweise die nächsten Meilensteine, der nächste Kurstermin oder neue Regeln, vereinbart werden.

Virtuelle Klassenzimmer (virtual classrooms) fassen unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche synchrone Kommunikationsinstrumente, wie beispielsweise Chat, Messenger oder Live Lessons, zusammen und ermöglichen den Lernenden eine synchrone Kommunikation. Damit gelten in den virtuellen Klassenräumen die gleichen Spielregeln, die auch Chats und andere Instrumente der synchronen Kommunikation prägen.60
Bei Bedarf können bei entsprechender Ausstattung sogenannte virtuelle Whiteboards eingesetzt werden. Diese ähneln einer Tafel oder einem Flipchart und erleichtern die Dokumentation von Ergebnissen. So können Grafiken und Mindmaps, Abfragen und Präsentationen im virtuellen Klassenzimmer veranschaulicht werden.

5.2 Asynchrone Kommunikationsformen

Asynchrone Kommunikationsformen spielen im betrieblichen Lernprozess eine besonders große Rolle, da dort nicht ständig die Nutzer zur selben Zeit am selben virtuellen Ort sein müssen.

Emails sind vor allem für die Zweier-Kommunikation geeignet. Äußerungen können dokumentiert und weitere Dokumente können mit verschickt werden. Die Kommunikationsschwelle ist deutlich niedriger als beim Telefonieren. Im Lernprozess ist es wichtig, dass die Kommunikation auch über das System läuft, da sonst ein erheblicher Anteil an Kommunikation über das System verloren geht. Auch ist es möglich, per Email eine Gruppendiskussion anzustossen. Dabei werden die Emails an mehrere Personen verschickt. Jeder kann die enthaltenen Emails beantworten. Dies geschieht in der Regel mit sogenannten Mailinglisten. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass die Kommunikation bei einer hohen Anzahl von Mailings unübersichtlich und unorganisiert wird.
Der Vorteil bei der Email-Kommunikation besteht darin, dass die Beiträge schwarz auf weiß festgehalten sind. Innerhalb der Lernsysteme sollten Spielregeln vereinbart werden. Erpenbeck nennt diesbezügliche Punkte.61 So sollte der Einsatzbereich der Mails, insbesondere auch der Rundmails, definiert werden. Auch die Zahl der Mails sollte begrenzt werden. Zu viele Rundmails führen dazu, dass der Empfänger sie nicht mehr liest.
Im Betreff einer jeweiligen Email sollte genau vermerkt werden, für welchen Anlass eine Mail gedacht ist. Zudem sollten Mails sorgfältig formuliert werden. Rechtschreib- und Grammatikfehler sollten vermieden werden, da sie den Empfängern dann einen oberflächlichen Bezug zum Thema signalisieren. Auch sollte auf eine kurze Darstellung geachtet werden. Längere Erklärungen und Dokumente gehören in den Anhang. Emails sollten nicht zur Konfliktbewältigung genutzt werden, da dies oft in unkalkulierte Bereiche, die der Nutzer nachträglich bereut, führen kann. Eine Lösung gestaltet sich dann um so schwerer.

Ein Forum im Web ist ein Platz zur Diskussion und zum Austausch von Gedanken und Erfahrungen. Der Begriff des Forums kommt aus dem Lateinischen und wird mit Marktplatz und Versammlungsort gleichgesetzt. Foren werden in der Regel durch Tutoren oder Moderatoren auf administrativer Ebene überwacht. Sie sorgen dafür, dass die Nutzer die Form bewahren und sich gegenseitig respektieren.
In der Regel widmet sich ein Forum einem klar abgegrenzten Thema. Dieses Thema kann jedoch in Unterthemen in Form von Subforen unterteilt werden. Andere Lernende kommentieren die verfassten Beiträge bzw. ergänzen oder ändern eigene. Mehrere Beiträge zu einem Thema bilden einen Diskussionsleitpfaden, der den Verlauf einer Diskussion wiederspiegelt. Sämtliche Teilnehmer können in der Regel Themenbeiträge, die dann als Liste mit Überschrift, Datum und Autor dargestellt und gespeichert werden, erstellen. Foren leben in hohem Maße vom Erfahrungsaustausch und der Aktivität der Nutzer.

Im Lernprozess kann ein Forum folgende Ausprägungen haben:

• In einem Fachforum haben der Tutor, Coach oder Trainer sowie die Teilnehmer einen Arbeitsauftrag oder eine Fragestellung
• Im Diskussionsforum werden offene Fragen aus der Gruppenarbeit oder Workshops zeitversetzt diskutiert.
• Die Cafeteria steht in jedem größeren Forum zur Verfügung. Hier können nach dem Prinzip kein spezielles Thema, wenig Regeln sämtliche Mitglieder untereinander in Kontakt treten, ohne Fachbeiträge diskutieren zu müssen.

Ein Forum kann durch die Ablage umfangreicherer Ausarbeitungen ergänzt werden. Dafür eignet sich beispielsweise ein Wiki. Auch kann ein Themenbereich erschaffen werden, bei dem die Mitglieder Vorschläge und Feedback abgeben können.
In FAQ, den Frequently Asked Questions, können wiederkehrende Fragen durch den Tutor in allgemeiner Form für neue Nutzer vorbeantwortet werden. Dies soll die Administrationstätigkeit der Moderatoren verringern, gibt dem Nutzer aber auch ein oftmals nützliches Tool an die Hand, Probleme zielgerichtet zu suchen.

Der wesentliche Vorteil eines Forums besteht darin, Lernbeiträge zeitlich unabhängig einzustellen und abzurufen. Die Beiträge sind deshalb oft in Ruhe und durchdacht formuliert. In dessen Folge haben die Beiträge eine höhere Qualität. Die Lernenden erfahren den Nutzen des Wissensaustauschs im Kontext und können die Beiträge chronologisch durchlesen. Dies kann aber auch als nachteilig empfunden werden, zumal dann, wenn eine Auflistung der Beiträge nach ihrer Bedeutung gewünscht ist. Da jedoch jeder Nutzer eine andere Bedeutungsauflistung aufgrund seiner individuellen Wirklichkeit benötigt, kann ein solches Feature nur erschwert mit eingebracht werden. In Suchfunktionen von Foren wird versucht, dies zu integrieren.
Foren sind weiterhin wenig dazu geeignet, den Zusammenhalt einer Lerngruppe zu fördern, da die Kommunikation zeitversetzt, virtuell und meist unter einem thematischen Fokus erfolgt.62 Es ist deshalb notwendig, Foren um andere Kommunikationsmittel zu ergänzen. Dies kann beispielsweise durch Chatmodule erfolgen. Eigenen Erkenntnissen zufolge ist dies jedoch nur bedingt erfolgreich, besonders dann, wenn nicht genügend Nutzer dieses Modul benutzen oder gar zu wenig Nutzer online sind. Eigenen Beobachtungen zufolge wurde selbst in einem Forum mit mehreren tausend Mitgliedern63 das Chatmodul wieder deinstalliert, da es von den Besuchern nicht ausgiebig genutzt wurde. Dies liegt auch daran, dass es von den Nutzern oftmals nicht erwartet oder gewünscht wird, da sie sich auf die Form der asynchronen Kommunikation eingestellt haben.

Die Nutzung eines Forums sollte nach vereinbarten Spielregeln erfolgen. Diese sollten beinhalten, dass die Gruppe ihre eigenen Regeln für die Forumsdiskussion entwickelt.
Im Learning Management System werden die Teilnehmer beispielsweise per E-Mail informiert, wenn ein neuer Themenbereich eröffnet wurde. Notwendige Materialien werden von den Tutoren an den Anfang gestellt.

In Foren sollte eine korrekte, verständliche und höfliche Sprache eingesetzt werden. Es sollte keine Sprache, die als verletzend oder beleidigend empfunden werden kann, gewählt werden. Auch sollte darauf geachtet werden, Schreibfehler möglichst zu vermeiden.
Genau wie bei der Emailkommunikation sollten Konflikte nicht im Forum ausgetragen werden. Hier wird immer das persönliche Gespräch eine bessere Lösung sein.
Beiträge, auf die geantwortet wird, sollten nach Erpenbeck kurz zitiert werden. Aus eigenen Erfahrungen lässt sich jedoch feststellen, dass diese Vorgehensweise sich nicht als sehr produktiv herausstellt, gerade wenn abermalige Antworten wieder und wieder zitiert wurden. Dies kann zum einen die Übersichtlichkeit der Antworten erschweren, zum anderen sind die vorherigen Postings, auf die geantwortet werden soll, meist oberhalb der Antwort positioniert, sodass der Leser die Frage in der Regel ohnehin im Blickfeld hat.

Wikis sind asynchrone, webbasierte Autorensysteme, bei denen alle berechtigten Lernenden alle Seiten verändern dürfen. Es handelt sich hierbei um Lerninstrumente, die die gemeinsame Entwicklung von Lösungen oder Ausarbeitungen in einem kontinuierlichen Prozess ermöglichen. Wichtig hierbei ist die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Mitglieder. Wikis sind in der Regel offen, jeder kann die Struktur und den Inhalt verändern und korrigieren. Jeder Inhalt ist auch protokolliert und nachvollziehbar, die Nutzung ist ohne Schulung möglich.64
Im Web 1.0 sind die Inhalte als geschlossene Sachtexte im Prinzip nach dem gleichen Aufbaumuster erstellt wie beispielsweise Artikel in Fachzeitschriften. Der Autor verfasst einen Text, liest Korrektur, lässt ihn von einem Redakteur überarbeiten und veröffentlicht den Text schließlich. Dieser starre Text steht zum Abruf im Netz bereit. Kommentare werden entweder direkt an die Zeitung oder den Autor versandt. Denkbar sind auch Rezessionen in wissenschaftlichen Arbeiten.

In Wikis findet eine Momentaufnahme statt. Hier existiert ein inhaltlicher Strom, der sich laufend verändert. So können, um den Entwicklungsprozess nachvollziehbar zu machen, ältere Versionen wieder aufgerufen werden. Die History-Funktion eines Wikis erlaubt es, alle bisherigen Änderungen eines Artikels nachzuvollziehen und bei Bedarf rückgängig zu machen. Folglich kann man im Rahmen einer Lerngruppe zusammen arbeiten und einen umfangreichen Wissenspool generieren. Die Lernenden können sich diesen Pool zu Nutze machen, indem sie auf die bereits gewonnenen Informationen zugreifen und ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen. In Folge dessen entsteht ein dynamisch erlernter Inhalt, welcher nicht mehr das Ergebnis eines einzelnen Nutzers, sondern einer Gemeinschaft geworden ist. Mit diesem Inhalt können sich Alle identifizieren. Aus diesem Grund leisten Wikis einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer Unternehmenskultur.

Wikis zu pflegen ist sehr einfach. Die Lernenden können navigieren, lesen und verändern. Es wird kein zusätzliches Programm mehr benötigt. Die Bearbeitung benötigt lediglich einen internetfähigen Rechner und einen Browser. Da sämtliche Daten online in einer Datenbank gespeichert werden, können alle Nutzer zentral auf das Wiki zugreifen. Auch technisch wenig versierte Lernende können gut mit dem System zurecht kommen, da es durch seine nützlichen, aber durchaus überschaubaren Funktionen nicht zu überladen ist.
Wikis werden über Tags65 verknüpft, sodass eine Ordnungsstruktur aufgebaut wird. Beim sogenannten taggen wird ein Schlagwort, das auf ein bestimmtes Objekt verweist, vergeben. Diese Querverweise sind mit einem Lexikon oder mit herkömmlichen Links im Internet zu vergleichen. Jedoch bewegt man sich bei den Tags immer innerhalb des Systems. Eine Suchfunktion mit Volltextsuche erleichtert die Handhabung des Systems.

Aufgrund der asynchronen Kommunikation kommen bei Wikis auch Teilnehmer, die sich in synchronen Situationen eher zurück halten, zu Wort. Folglich werden kreative Ideen gefördert.
Klampfer nennt einige Merkmale von Wikis, die im Folgenden dargestellt werden sollen.66
Wikis sind in der Regel durch Offenheit geprägt. Jedes Mitglied einer Lerngruppe kann die Texte im Wiki lesen, korrigieren, kommentieren und erweitern. Jeder Lernende hat die gleichen Rechte zum Schreiben und Verändern von Texten. Auch wird der Entstehungsprozess so transparent wie möglich dargestellt. Die Beiträge sowie deren Historie wird festgehalten, sodass der Entstehungsprozess nachvollziehbar wird. Die Autoren erhalten zudem ständig Feedback von ihren Lernpartnern. Durch die einfache Handhabung können Wikis von Jedem, ohne Programmierwissen genutzt werden. Veränderungen sind jederzeit durch Jedermann laufend online möglich. Damit unterliegen sie einem stetigen Entwicklungsprozess. Die Lernenden identifizieren sich mit ihrem Wiki und dessen Inhalten, da sie gemeinsam Probleme lösen. Dies löst auch Lernprozesse aus, da die notwendigen Informationen allen Lernpartnern zugänglich gemacht werden. Jeder kann eigene Meinungen einbringen und Wertungen äußern. Dadurch entsteht eine kollaborative Wissensgenerierung. Wikis eignen sich deshalb perfekt zur gemeinsamen Texterstellung und zum Erstellen einer dynamischen Enzyklopädie. Die Lernenden bestimmen selber, welche Themen sie bearbeiten, ob sie neue Texte erstellen, bestehende Texte verändern oder sich gar nicht beteiligten wollen. Dabei wird die Qualität der Beiträge durch alle Beteiligten nach den vereinbarten Regeln gemeinsam gesichert.

Im Zusammenhang mit einer Community eignen sich Wikis hervorragend für wertbeladenes Wissen. Teilnehmer können Erfahrungen, die sie bei der Lösung ihrer Problemstellungen gesammelt haben, in das Wiki einstellen. Andere Teilnehmer nutzen diese Informationen zur Problembewältigung. Zudem können sie ihre eigenen Erfahrungen ergänzen. Die interne Linkstruktur der Wikis ermöglicht es, dass Themen quellenbezogen verknüpft werden können. Wikis fördern die selbstorganisierte Lernpraxis und unterstützen den Auf- und Ausbau von Wissensnetzwerken. Eigene Erfahrungen können mit den Lernpartnern reflektiert werden.
In Blended Learning-Systemen können Wikis zur Bearbeitung von Arbeitsaufgaben in Partner- oder Gruppenarbeit genutzt werden. Es ist jedoch notwendig, dass die Lerngruppen die Wikis für die Erstellung eines Gruppenergebnisses nutzen und klare Regeln vereinbaren. So ist festzulegen, wer Texte verändern darf, wer Einträge rückgängig machen darf und wer die Endfassung formuliert.

Wikis können in folgender Weise in Kompetenzentwicklungsprozesse integriert werden:
Der Trainer stellt vor dem Seminar einen Grundstock an Papers und Dokumenten zur Verfügung. Diese Basis wird dann von den Nutzern im Laufe des Seminars erarbeitet und erweitert. Auch Niederschriften der Teilnehmer können hier abgelegt und weiterentwickelt werden.

Zum Tandem- und Gruppenlernen eignen sich die Wikis hervorragend. Die Lernenden entwickeln Inhalte für ihren gemeinsamen Lernprozess. Aus der Mitwirkung an diesen Wikis können sich jeweils problembezogen differenzierte Lerngruppen ergeben. Aufgaben werden bis zur Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung bearbeitet.

Beim Projektlernen können im Rahmen weiterer Lernprojekte Arbeitslisten, Projektaufgaben und Besprechungsergebnisse entwickelt werden. Da die Möglichkeit besteht, Dokumente strukturiert zu speichern und zu bearbeiten, können die Lernenden immer die aktuellste Version nutzen. Die Verantwortung der Pflege liegt hier bei der gesamten Gruppe. Jedoch haben sich sogenannte Administrator- und Moderatorenfunktionen als sinnvoll erwiesen. Diese können mit Kontroll- und Organisationsfunktionen übertragen werden.
Im Nachgang können Wikis zum Erfahrungsaustausch zu formellen Lernprozessen bei überregionalen und internationalen Projekten gut eingesetzt werden.

Lernende können ein Wiki auch als Lerntagebuch verwenden. In den Gruppendiskussionen eignen sich Wikis zur gemeinsamen Reflexion über die Lernfortschritte. Da hier die Erfahrungen der Gruppe bestimmend sind, dürfen auch nur deren Mitglieder Veränderungen vornehmen.

In Kompetenzentwicklungsprozessen können Wikis nach Erpenbeck in verschiedener Weise eingesetzt werden.67 So können die Lernenden sich gegenseitig mit Feedback weiterentwickeln. Nur wer und was in Frage gestellt wird, kann sich entwickeln. Dinge, die wir schon immer so gemacht haben, sind oftmals gar nicht die Besten. Durch Rückmeldungen und Ergänzungen haben die Autoren die Möglichkeit zur Überarbeitung. Es entsteht ein eigenständiges Dokument des Lernenden, das mit den Beiträgen der Lernpartner optimiert wurde.68 Die gemeinsam entwickelten Dokumente werden weiterentwickelt und in einen Ideenprozess überführt. Dies geschieht in der Regel in einem Brainstorming. In der ersten Phase werden hier die Ideen gesammelt, indem alle Beteiligten ihre Vorschläge im Wiki niederschreiben und die Ideen anderer nicht bewerten. In einer zweiten Phase werden diese Ideen geprüft. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, andere Ideen zu ergänzen und zu bewerten. In einem gemeinsamen Prozess werden die erfolgversprechendsten Ideen herausgefiltert. Nach Erpenbecks Erfahrungen hat sich gezeigt, dass die Selbstorganisation und die Motivation mit der Arbeit mit Wikis sehr hoch ist. Ein enormer Vorteil besteht darin, die Beiträge anderer zu hinterfragen, zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

Die Grenzen eines Wikis müssen der Vollständigkeit halber auch hier benannt werden. So ist es eindeutig, dass die Beiträge der Mitglieder miteinander vermischt werden. Die Urheberschaft des Beitrags kann aus diesem Grund nicht mehr nachvollzogen werden. Deshalb können Wikis nicht eingesetzt werden, wenn die Urheberschaft eines Autors von Bedeutung ist. Zudem besteht bei komplexen Projekten die Gefahr, dass die Lernenden den Überblick über die Struktur verlieren. Durch eine Suchfunktion lässt sich dies zwar vermindern, jedoch muss die Gesamtstruktur auch mit einem Blick ersichtlich sein. Auch kann es vorkommen, dass das Wiki Wissensdopplungen enthält. Häufig führen die angesprochenen Verlinkungen auch nicht zum gewünschten Dokument.

Die Strukturen der Wikis sind stets kritisch zu hinterfragen. Wiki-Systeme ermöglichen Lernprozesse in einer dynamischen Umgebung. Die Struktur eines Wikis kann sich den Bedürfnissen der Lernenden anpassen. Da sie jedoch auf die textliche Darstellung reduziert sind, ist es notwendig, ein Wiki um weitere Elemente zu erweitern. Dies kann entweder durch sogenannte Extensions, also Erweiterungen oder durch Anwendungen Dritter geschehen.
Des weiteren setzen Wikis eine entwickelte, selbstorganisierte Lernkultur, die sich jedoch von den Erfahrungen der Nutzer eklatant unterscheidet, voraus. Da diese oftmals den frontalen Unterricht gewohnt sind, bringen sie spezifische Erwartungen mit. Es findet dann eine gewisse Verunsicherung statt, wenn kein Dozent, der ein klares Konzept vorgibt, vorhanden ist. Es empfielt sich deshalb, ein Wiki als einen schrittweisen Prozess einzuführen. Zusätzliche Hürden können Nutzern bevorstehen, wenn sie nicht im Umgang mit dem PC geschult sind.

Es ist wichtig, dass die Lernenden fair und respektvoll miteinander umgehen. Andernfalls können unbeabsichtigte Konflikte entstehen. Klar vereinbarte Ziele und Spielregeln sind von zentraler Bedeutung. Eine regelmäßige Reflexion über die erreichten Lernerfolge ist notwendig. In dessen Folge können weitere Vereinbarungen über zusätzliche Meilensteine getroffen werden.

Ein Weblog ist ein Kunstwort. Es besteht aus zwei Wörtern Web und Log. Ein Weblog oder Blog kann als eine persönliche Webseite eines Lernenden, auf der eigene Inhalte wie Projekterfahrungen dargestellt werden, bezeichnet werden. Jedem Beitrag wird eine eigene URL, über die sie dauerhaft erreichbar ist, zugewiesen. Somit kann der Nutzer Beiträge gezielt adressieren und verlinken. Andere Blogger können sich folglich auf einen einzelnen Blogeintrag beziehen. Das Auffinden älterer Artikel wird erleichtert.

Erpenbeck nennt auch bei den Blogs mehrere Inhalte, die im Folgenden dargestellt werden sollen.69 Weblogs können von Lernenden im Lernprozess betrieben werden. Die Beiträge spiegeln dabei die persönliche Meinung der Lernenden wieder. Die Texte sind durch Authentizität, Spontanität und Unmittelbarkeit geprägt. Auch eventuelle Kommentare von Lesern haben subjektiven Charakter. Da ein Blog von den Beiträgen der Lernenden lebt, sollten regelmäßige neue Einträge verfasst werden. Folglich kann sich ein Blog zu einem aktuellen Lerntagebuch entwickeln. Besucher kommen in der Regel von anderen Blogs. Dies geschieht dadurch, dass die Blogs sich untereinander verlinken.
Die asynchrone Kommunikation in Blogs gibt den Lesern die Möglichkeit, den Text erst einmal zu hinterfragen, bevor sie Kommentare unter den jeweiligen Artikel schreiben. Andere Blogger können sich aber auch auf die eigenen Veröffentlichungen beziehen und einen neuen Beitrag verfassen. Die Einfachheit der Blogs ist bezeichnend. Sie können intuitiv als Learning Management System genutzt werden.

Da Blogs persönliche Ausarbeitungen der Lernenden sind, richten sie sich nach ihren persönlichen Werten und Interessen. Die Beiträge geben die persönliche Sichtweise der Verfasser wieder. Sie geben generell die Erfahrungen der Lernenden im Rahmen des Lernprozesses wieder. Nach Erpenbeck sind Blogs in hohem Maße geeignet, Lernen in Netzen zu fördern. Dies belegt er mit den nachstehenden Nutzungsmöglichkeiten.

Blogs können als webbasierte Lerntagebücher, die Lernprozesee im Rahmen von Projekten transparent machen, verstanden werden. Ein Blog kann zu verschiedenen Arten der Reflexion genutzt werden. So kann zum einen über die Inhalte der Blogs reflektiert werden, indem der Lernende neue Materialien und Erkenntnisse prüft, zum anderen kann er aber auch die erarbeiteten Materialien einordnen und rekapitulieren. Der Lernende schreibt dabei seine Überlegungen schriftlich in kurzen Beiträgen nieder. Auch kann er seine Wissenslücken transparent machen, da er gezwungen ist, seine Lernergebnisse schriftlich festzuhalten. Dies macht es auch möglich, sichtbare Verknüpfungen zwischen den Wissenselementen herzustellen. Da in einem Blog die Anonymität aufgehoben wird, unterscheidet sich der Charakter eines Blogs eklatant von dem eines Lerntagebuchs.
Ein Blog kann auch als Sammlung von Beiträgen, Links und interessanten Beiträgen der Benutzer verstanden werden. Der Lernende sammelt ständig alle Informationen, Erfahrungen und Quellen oder Meinungen zum Bezugsthema. Der Autor des Blogs lernt dabei, die Informationen zu ordnen und zu kategorisieren. Lernpartner können diese Inhalte bewerten und ergänzen. Auch bietet ein Blog die Möglichkeit, Dateien hochzuladen. Folglich können Inhalte untereinander schnell verteilt werden. Blogs regen also die Mitglieder an, sich über Inhalte auszutauschen.70 Dadurch können sich die Lernenden Impulse bei anderen Lernenden holen.
Durch Gruppenblogs besteht die Möglichkeit, gemeinsame Projekte mehrerer Gruppenmitglieder einzurichten. Verschiedene Blogs können über einen gemeinsamen Lernprozess organisiert werden. In Seminar-Blogs wird vom Trainer, Coach oder Tutor ein Blog vorbereitet, der von den Kursteilnehmern oder den Tutoren selber mit Inhalt gefüllt werden kann. Es entsteht folglich eine Sammlung von Wissen, insbesondere an Erfahrungen, Meinungen aber auch Wertungen von Materialien und Quellen. Sind die Lerngruppen jedoch zu groß, besteht die Gefahr, dass der Blog zu unübersichtlich wird. Aus diesem Grund eignet sich ein Kursblog eher für kleinere Gruppen mit überschaubaren Problemen und Aufgaben. Wird in einer Lerngruppe kein Lernmanagement System eingesetzt, kann ein Blog dazu genutzt werden, den Lernenden Kursinformationen, Lerninhalte oder Links zum Kurs anzubieten.

Blogs eignen sich sehr gut für Kompetenzentwicklungsprozesse. Sie fördern nach Erpenbeck eine Bandbreite von Fähigkeiten. So können die Lernenden eigene Erfahrungen aufbereiten und verständlich ausdrücken. Mit den Lernpartnern und weiteren Beteiligten kann über den Blog leicht kommuniziert werden. Folglich kann ein nach den Nutzern bedarfsgerechtes Netzwerk aufgebaut werden. Auch kann der gemeinsame Lernprozess reflektiert und gemeinsames Wissen bewertet und weiter entwickelt werden.

Abschließend lässt sich sagen, dass Blogs nicht nur zur Publikation von Inhalten, sondern auch für die Entwicklung der persönlichen Kompetenzen geeignet sind. Die Lernenden setzen sich insbesondere mit sich selber auseinander und entwickeln dabei Werthaltungen. Auch über das Lesen von Blogs bilden sich Beziehungen zwischen den Lernenden. Es entstehen fachlich-methodische als auch aktivitätsbezogene Kompetenzen. Der Betreiber eines Blogs muss jedoch die verfassten Artikel aus eigenem Antrieb aktualisieren.

6. Fazit

Die Anfoderung an das Wissen und an die Art wie es entsteht, haben sich mit Einführung der netzbasierten Technologien eklatant geändert. Es genügt nicht mehr, sich Wissen durch Vorrat anzueignen. Die Lerner müssen verstehen, Wissen selbst zu erzeugen. Dies kann dann geschehen, wenn sie die Kompetenz entwickelt haben, Wissen nachzuschauen. Neben reinem Faktenwissen werden vielmehr personale, aktivitätsbezogene, fachlich-methodische und sozial-kommunikative Kompetenzen benötigt. Zur Entwicklung sind Lernumgebungen erforderlich, die es ermöglichen, mit anderen Lernpartnern als auch Tutoren, Coaches und Trainern netzbasiert zu kommunizieren.
Wer in der Arbeits- als auch Lernumgebung Werte und Wissen als auch Kompetenzen erschaffen kann, benötigt selbstorganisatorische Umgebungen. Die Entwicklung von Web 1.0 nach Web 2.0 unterstützt hierbei die Lernenden. Aus einem suchenden Nutzer passiver Inhalte wird ein Gestaltender Lerner und Entwickler für zukünftigen Content.
Kompetenzen können als die Fähigkeit der Mitarbeiter gesehen werden, sich in offenen und unüberschaubaren Situationen selbstorganisiert zurecht zu finden. Kompetenzen sind Selbstorganisationsdispositionen. Dabei übernehmen die Lerner die Mitverantwortung für ihre Kompetenzentwicklung und nutzen aktiv deren Instrumente bestehend aus Lernpartnern, Tutoren, Lehrern u.s.w.
Dabei ist die Technik nicht das Ziel, sondern vielmehr die Voraussetzung und Grundlage zur Aneignung von Kompetenzen. Dabei spielen der Erfahrungsaustausch und die Problemlösung in Netzwerken einen Kern der Entwicklungsprozesse. Wikis, Weblogs und andere in dieser Arbeit vorgestellten Instrumente des Web 2.0 erweisen sich als hervorragend geeignet, um Kompetenzentwicklungsprozesse im Web ermöglichen zu können. Es bleibt weiterhin spannend, neue Technologien und Neuerscheinungen der Web 2.0 Instrumente zu testen und auf ihre Eignung hin zu untersuchen.

Anhang

Fußnoten

  1. Zur Erklärung der Montessoripädagogik siehe Anhang 1
  2. Im Folgenden wird des Öfteren von Nutzern, Teilnehmern, Schülern, Lernenden und Mitarbeitern gesprochen, um dem Lesefluss zu erleichtern, wurden hier bewusst verschiedene Bezeichnungen gewählt. Diese sind gleichzusetzen mit der Person, die Wissen aneignet, verarbeitet und intensiviert.
  3. vgl. Erpenbeck (2007), S. 5
  4. vgl. Erpenbeck (2007),S. 5
  5. s. Abbildung 1
  6. vgl. Erpenbeck (2007), S. 13
  7. vgl. Erpenbeck (2007), S. 13
  8. vgl. Keuth (1989)
  9. vgl. Franke (2005), S. 73 ff
  10. vgl. Erpenbeck (2007), S. 16
  11. vgl. Erpenbeck (2007), S. 17
  12. vgl. Erpenbeck (2007), S. 18
  13. vgl. Erpenbeck (2007), S. 20
  14. vgl. Erpenbeck (2007), S. 20
  15. vgl. Iwin A.A. (1975)
  16. vgl. Erpenbeck (2007), S. 63
  17. vgl. Erpenbeck (2007), S. 65
  18. vgl. Clauß (1995); als Disposition bezeichnet Clauß in diesem Zusammenhang die bis zu einem bestimmten Handlungszeitpunkt entwickelten, inneren Voraussetzungen zur Regulation einer Tätigkeit. Hierbei sind jedoch nicht nur individuell vorhandene Kenntnisse, sondern vielmehr Entwicklungstendenzen gemeint.
  19. vgl. Clauß (1995)
  20. vgl. Teichler (1959), S. 655
  21. vgl. Erpenbeck (2007), S. 68
  22. vgl. Hacker (1973), S. 500
  23. vgl. Bergmann; u.a. (2003), S. 276
  24. s. Abbildung 2
  25. vgl. Bergmann; u.a. (2003), S. 77
  26. vgl. Bergmann; u.a. (2003), S. 76
  27. vgl. Erpenbeck (2007), S. 133
  28. vgl. Erpenbeck (2007), S. 136
  29. vgl. Erpenbeck (2007), S. 137
  30. Gonzo-Journalismus wurde von Hunter S. Thompson Anfang der 70er Jahre begründet. Diese Art des Schreibens charakterisiert sich durch das Wegfallen der objektiven Sichtweise, die jedoch auch im klassischen Journalismus nur selten Anwendung findet. Oftmals vermischen sich innerhalb dieser Art des Schreibens auch reale, autobiographische und fiktive Ereignisse.
  31. vgl. Erpenbeck (2007), S. 142
  32. Der Begriff des Blended Learning bezeichnet eine Lernform, bei der die Vorteile von Präsenz- veranstaltungen und E-Learning kombiniert werden. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen und sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommuni- kation. Bei dieser Art des Lernens werden verschiedenste Lernmethoden, Medien und lerntheo- retische Ausrichtungen miteinander kombiniert. Dabei sollen die Vorteile verstärkt und die Nach- teile der einzelnen Lernformen minimiert werden. Die Präsenzphasen und die Online-Phasen sollten idealerweise aufeinander abgestimmt werden.
  33. vgl. Erpenbeck (2007), S. 145
  34. vgl. Sauter (2004), S.18ff
  35. s. Abbildung 3
  36. vgl. Reglin u.a. (2003)
  37. s. Abbildung 4
  38. vgl. Oblinger (2005)
  39. s. Abbildung 5
  40. vgl. Erpenbeck (2007), S. 150
  41. vgl. Erpenbeck (2007), S. 151
  42. s. Abbildung 6
  43. vgl. Wahl, D. (1995), S. 20 ff
  44. vgl. Baumgartner, u.a. (2004), S. 5
  45. vgl. Baumgartner, u.a. (2004), S. 5
  46. vgl. Baumgartner, (1994), S. 104
  47. vgl. Erpenbeck (2007), S. 157
  48. vgl. Erpenbeck (2007), S. 157
  49. vgl. Baumgartner, u.a.(1994), S. 107
  50. vgl. Mandl, u.a. (2004)
  51. Als Beispiele für die zahlreichen Bezeichnungen des Lernens in Netzwerken werden oftmals fol- gende Begriffe, die nahezu alle das Gleiche ausdrücken wollen genannt: Net-Generation, Net Gen Learner, Net-Kids, Screenager, Homo zapiens, (Video) Games Generation, Generation Nintendo, D (Digital) Generation, Digital Learner / Digital Worker, Digital Natives vs. Digital Im- migrants, Computer Native Generation, Generation C (Content), Produsage / Produser, Under- 30-Generation, Millennials oder Internet Generation. Der Trend dieser Generationen wird insbe- sondere durch das veränderte Kommunikationshandeln wie zum Beispiel mittels Mobiltelefon, E-Mail oder Blogs als auch der wachsenden Do-It-Yourself-Kultur (Buchen von Flügen über das Internet) bestimmt.
  52. vgl. Siemens, (2004)
  53. vgl. Seufert, (2007)
  54. vgl. Erpenbeck (2007), S. 161 f.
  55. vgl. Golemann (2007); Steiner (2006)
  56. vgl. Sauter, u.a. (2004), S. 179 ff.
  57. vgl. Erpenbeck (2007), S. 233
  58. vgl. Erpenbeck (2007), S. 235
  59. vgl. Erpenbeck (2007), S. 237
  60. vgl. Erpenbeck (2007), S. 238
  61.  vgl. Erpenbeck (2007), S. 239
  62. vgl. Erpenbeck (2007), S. 240
  63. computerforum.de
  64. vgl. Ebner (2007), S. 139-146
  65. Ein Tag steht in der Informatik für die deutsche Bezeichnung Eitkett, Aufkleber, Marke, Auszeichner. Hier kann der Nutzer weitere Informationen einsehen.
  66. vgl. Klampfer (2005), S. 17 ff
  67. vgl. Erpenbeck (2007), S. 246
  68. vgl. Erpenbeck (2007), S. 246
  69. vgl. Erpenbeck (2007), S. 249
  70. vgl. Erpenbeck (2007), S. 252

Literaturverzeichnis

Baumgartner, P., Kalz, M. (2004): Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht. In Baumgartner, P., Häfele, H., Maier-Häfele, K.: Content Management Systeme in e-Education. Auswahl, Potentiale und Einsatzmöglichkeiten.

Baumgartner, P., u.a. (1994): Lernen mit Software.

Bergmann, G.; u.a. (2006): Systemisches Innovations- und Kompetenzmanagement – Grundlagen – Prozesse – Perspektiven

Clauß, G.; u.a. (1991): Wörterbuch der Psychologie. 2700 Stichwörter

Ebner, M. (2007): Wikipedia Hype oder Zukunftshoffnung für die Hochschullehre. In: E-Learning: Strategische Implementiereungen und Studiengang, Tagungsband zur 13. FNMA-Tagung.

Eck, K. (2008): Karrierefalle Internet – Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!

Erpenbeck, J.; u.a. (2007): Kompetenzentwicklung im Netz – New Blended Learning mit Web 2.0

Golemann, D. (2007): Emotionale Intelligenz. 19. Aufl., München

Hacker, W. (2005): Allgemeine Arbeitspsychologie: Psychische Regulation von Wissens-, Denk- und körperlicher Arbeit

Iwin, A. A. (1975): Grundlagen der Logik von Wertungen

Johanning, A. (2009): Kompetenzentwicklung im Internet – Fallstudie über eine Community of Practise

Keuth, H. (1989): Wissenschaft und Werturteil: Zu Werturteilsdiskussion und Positivismusstreit

Klampfer, A. (2005): Wikis in der Schule – eine Analyse der Potentiale im Lehr-/Lernprozess

Mandl, H., u.a. (2004): Aktuelle theoretische Ansätze und empirische Befunde im Bereich der Lehr-Lern-Forschung; http://www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2004/mandl04_01.pdf

Oblinger, D.G. (2005): Educating the Net Generation; http://www.educause.edu/educatingthenetgen

Picot, A.; Doeblin, S. (2009): Innovationsführerschaft durch Open Innovation – Chancen für die Telekommunikations-, IT- und Medienindustrie

Reglin, T.; u.a. (2003): E-Learning für die betriebliche Praxis

Reichwald, R.; Piller, F. (2006): Interaktive Wertschöpfung – Open Innovation, Individualisierung und neue Formen der Arbeitsteilung

Sauter, W.; u.a. (2004): Blended Learning. Effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining

Seufert, S., (2007): „Ne(x)t Generation Learning“: Was gibt es Neues über das Lernen?. In Seufert, S., Brahm, T. (Hrg.), 2007 „Ne(x)t Generation Learning“: Wikis, Blogs, Mediacasts & Co.-Social Software und Personal Broadcasting auf der Spur Themenreihe 1 zur Workshop-Serie SCIL-Arbeitsrecht 12.

Seufert, S., u.a. (2007): Aus der Rolle fallen, in Personalwirtschaft 3/2007, S. 18

Siemens, G. (2004): Connectivism: a Learning Theory for the Digital Age. http://www.elearnspace.org/Articles/connectivism.htm

Siemens, G. (2006): Knowing Knowledge, S. 29ff. http://www.elearnspace.org/KnowingKnowledge_LowRes.pdf

Steiner, C. (2006): Emotionale Kompetenz

Teichler, U. (1959): Qualifikationsforschung. In: R. Arnold & A. Lipsmeier (Hrsg.) Handbuch der Berufsbildung

Tochtermann, K.; u.a. (2008): Web 2.0 in der Unternehmenspraxis – Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software

Wahl, D. (1995): Grundkonzeption, in Wahl, D., Wölfing, W., Rapp. G., Heger, D. (Hrg.): Erwachsenenbildung konkret.

Wahl, D. (2006): Lernumgebungen erfolgreich gestalten – vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln

 


Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht..

(erforderlich)


Sie können diese verwenden HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>