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Studie: Prozesslayout in der Des Moines National Bank

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Beim prozessorientierten Layout orientiert sich die Anordnung der Leistungserstellung am jeweiligen Prozess und der Zusammenarbeit der einzelnen Stationen an denen Arbeitsschritte erfolgen. Sind in einem Büro oder in einer Bank verschiedene Bereiche hintereinander angeordnet, spielt der effiziente Ablauf eine entscheidende Rolle, so sollten auch die verschiedenen Arbeitsplätze diesen Abläufen angepasst werden. Beispielsweise folgen viele Selbstbedienungsdienstleistungen diesem Prinzip. In der Universitären Cafeteria der Uni Siegen ist beispielsweise die Selbstbedienung der Snacks vor der eigentlichen Essensausgabe platziert. Im Anschluss daran kommt die Bezahlung der Speisen sowie der Übergang in die Sitzgelegenheiten. Ein anderes Beispiel ist eine Bank. Hier ist das prozessorientierte Layout dadurch gekennzeichnet, dass der Leistungsprozess standardisiert ist und von bestimmten Tools und Einrichtungen unterstützt wird. Dabei sind die Durchlaufzeiten ein kritischer Faktor. Ziel ist es hierbei, innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Prozessschritte zu durchlaufen. Eventuelle Engpässe können mit Hilfe von Optimierungsmodellen, wie beispielsweise der Optimized Production Technology1 beseitigt werden. In der aktuellen Fallstudie kommt es zu einem Umzug in ein neues Gebäude. Die Aufgabenbereiche müssen hier innerhalb einer Etage so zusammengelegt werden, dass möglichst wenige Redundanzen entstehen. Die Aneinandergrenzung der Abteilungen mit aufeinanderfolgenden Prozessschritten soll hierbei möglichst sinnvoll eingebunden werden. Bei der Planung des Prozesslayouts sind neben dem Primärziel einer effizienten Arbeitsabfolge noch Nebenbedingungen zu berücksichtigen. So ist ein Raum mit einem Aufzug bestückt. Zudem sind keine Umbauten möglich, sodass auch die vorgegebenen Wege eingehalten werden müssen. Im Rahmen dieser Fallstudie wurden drei Konzepte erarbeitet, die im Folgenden vorgestellt werden sollen. Sämtliche Ansätze haben Vor- und Nachteile. Eine alles umfassende Lösung wurde nicht gefunden und kann aufgrund der sehr eingeschränkten Nebenbedingungen auch nicht realisiert werden. Insgesamt existieren 5.040 mögliche Lösungen. Ungeachtet der im Text vorgegebenen Restriktionen können 40.320 Lösungsansätze erarbeitet werden.

Erster Lösungsansatz

Im ersten Lösungsansatz wurde versucht, die Vorgaben zu berücksichtigen. Zeitgleich bietet diese Lösung das beste Konzept, welches durch ein Punkterangsystem ermittelt wurde. Das Rangsystem wurde anhand der vorgegebenen rating scheme des types of concerns and closeness erstellt und ordinal mit folgenden Punkten bewertet:

Bezeichnung Punktzahl
A – Absolutely necessary 5
E – Especially important 4
E – Important 3
O – Ordinary closeness OK 2
U – Unimportant 1
X – Not desirable 0

Tabelle 1: Punktevergabe

Die im ersten Lösungsansatz ermittelte Raumaufteilung stellt sich wie folgt dar:

Raumaufteilung_1

Abbildung 1: Raumaufteilung anhand der Textvorgaben

Bei der Gewichtung des Raumes wurden die angrenzenden Räume mit der aus Exhibit 30-10 dargestellten Übersicht bewertet. Im folgenden ein Beispiel zur Vorhehensweise:

Raum 4 und Raum 1 grenzen aneinander. In dessen Schnittstelle in Exhibit 30-10 ergibt sich ein „U“, welches mit der Punktezahl 1 in der Rankingtabelle bewertet wurde. Insgesamt bestehen 10 verschiedene aneinandergrenzende Räume. In dessen Folge entsteht ein Gesamtranking aus 10 verschiedenen Einzelergebnissen.

Raumabgrenzung Punktzahl anhand
der Punktvergabe
1-4 1
1-5 5
1-2 1
5-6 1
2-7 5
6-7 4
6-4 4
7-3 5
6-8 2
3-8 3
Summe 31

Tabelle 2: Ermittling Punktzahl nach Textvorgaben

Zweiter Lösungsansatz

Im zweiten Lösungsansatz wurde eine Extremlösung gewählt. Hier wurde die Raumaufteilung beliebig gewählt und keine Rücksicht auf das Prozesslayout genommen. Dieser Ansatz ist insoweit notwendig, um eine Vergleichbarkeit zu erlangen.

Raumaufteilung_2

Abbildung 2: Raumaufteilung durch beliebige Anordnung

Einzig an diesem Ansatz wurde die Restriktion des service elevators in Verbindung mit der check-processing division eingehalten. Das Gesamtranking ergibt sich aus folgenden 10 Einzelergebnissen.

Raumabgrenzung Punktzahl anhand
der Punktvergabe
7-6 4
7-8 3
8-2 3
2-1 0
3-1 0
3-4 1
3-8 3
3-6 1
4-5 4
6-5 1
Summe 20

Tabelle 3: Ermittling Punktzahl durch Extremlösung

Dritter Lösungsansatz

Im dritten Lösungsansatz wurde eine Berechnung zugrunde gelegt, bei dem der Gesamtworkflow der am meisten Punkte erlangte in die Mitte des Gebäudes verlegt wurde. Um den größten Gesamtworkflow zu ermitteln, wurden die Workflows der einzelnen Räume addiert. Deren Summen sind in der ersten Spalte unter ermittelter Workflow zusammengefasst.

ermittelter Workflow Department 1 2 3 4 5 6 7 8
7 1. Check sorting · 50 0 250 0 0 0 0
16 2. Check reconcilement X · 50 0 0 0 0 0
17 3. Check crediting X A · 0 0 0 0 10
13 4. Check distribution U U U · 40 60 0 0
11 5. Government checks A U U E · 0 0 0
14 6. Returned checks U U U E U · 12 0
18 7. Credit adjustment T A A U U E · 10
14 8. Offices X T T U O O I ·

Tabelle 4: Berechnung des maximalen Workflows

Demnach ist Raum 7 der am häufigsten frequentierte. Aufgrund dieser Berechnung wurde Raum 7 in die Mitte des Gebäudes verlegt. Rot hinterlegte Räume wurden durch die im Text gemachten Vorgaben beachtet.

Raumaufteilung_4

Abbildung 3: Raumaufteilung anhand maximalen Workflows

Bezüglich des erreichten Gesamtworkflows kommen wir nach folgender Berechnung auf eine Punktzahl von 23.

Raumabgrenzung Punktzahl anhand
der Punktvergabe
2-5 1
5-1 3
1-4 1
4-7 1
7-3 5
3-6 1
6-8 2
8-7 3
2-3 5
5-7 1
Summe 23

Tabelle 5: Ermittling Punktzahl nach hohem Workflow

In einer optionalen Berechnung wurde Raum 2 mit Raum 3 getauscht. Hierbei erlangt man jedoch den gleichen Gesamtpunktestand.

Raumaufteilung_5

Abbildung 4: Raumaufteilung anhand maximalen Workflows – Alternative

Die Berechnung der Punkte ergibt sich nach geänderten Feldern (grau hinterlegt) wie folgt:

Raumabgrenzung Punktzahl anhand
der Punktvergabe
3-5 1
5-1 3
1-4 1
4-7 1
7-2 5
2-6 1
6-8 2
8-7 3
2-3 5
5-7 1
Summe 23

Tabelle 6: Ermittling Punktzahl nach hohem Workflow – Alternative

Fazit

Es lässt sich festhalten, dass anhand der erarbeiteten Lösungen der erste Ansatz durch seine höchste Punkterreichung am sinnigsten erscheint. Die perfekte Lösung wird nicht realisierbar sein, solange mit bestimmten Restriktionen gehandelt werden muss. Da jedoch die Berücksichtigung dieser Mindestvorgaben die notwendige Voraussetzung für eine akzeptable Lösung ist, erscheint erstere Alternative als sinnvoll. Sollte auch diese nicht zufriedenstellend erscheinen und nach weiterer Überlegung keine bessere Lösung gefunden werden, ist zu überlegen, in wie weit die Arbeitsabläufe unter den genannten Restriktionen durchgeführt werden können. Eventuell ist auch an eine Überarbeitung der Arbeitsaläufe zu denken, damit diese in das Gesamtkonzept der Raumplanung intrgriert werden können. Die Vorgaben sollten nicht als eine Black Box, die unabänderlich ist, gesehen werden. Vielmehr sollten Kompromisse von beiden Seiten geschlossen und eine Beste Lösung gefunden werden, eine allumfassende Lösung wird man, wenn überhaupt, nur schwer finden.

Nachtrag

Bei der Layoutbetrachtung von Prozessen steht aus theoretischer Sicht zunächst die Optimierung des Ablaufs. Jedoch existieren noch eine Reihe weiterer Bedingungen, die es zu berücksichtigen gilt. So stellt das wichtigste Gestaltungsprinzip die Flussoptimierung dar. Sie hat den ununterbrochenen Fluss des Materials (hier die Scheckbearbeitung) durch die Fertigung (hier die Abwicklung) zur Folge. Alle Tätigkeiten sollten dem Wertschöpfungsprinzip unterworfen sein. Ist dies der Fall, kann bei guter Auslastung die kostengünstige Abwicklung der Scheckbearbeitung realisiert werden. Kosteneinsparungen resultieren hierbei aus der Anordnung der Räume als auch der Büroarbeitsplätze. In dessen Folge kommt es zu einer Bestandsreduktion, niedrigerem Koordinations- und Handlingsaufwand. Falls realisierbar, sollte die Flussoptimierung über die gesamte logistische Kette erfolgen. Dies ist aber nur unter dem Einfluss eines prozessorientierten Layouts zu realisieren. Mit dessen Hilfe werden Rüstzeiten reduziert, Kapazitäten und Loßgrößen verringert und Transportwege optimiert. Die Büroräume sollten auch produktorientiert gestaltet werden sodass geringe Wege zwischen den einzelnen Abläufen zurückgelegt werden müssen. Dies kann in der Gesamtbetrachtung zu einer Minimierung des Belegungs- und Ausfallrisikos der einzelnen Subsysteme (also Büros) führen. Auch eine räumliche Konzentration der Betriebsmittel (wie beim dritten Lösungsansatz realisiert) kann Wege und Informationen verkürzen, wodurch letztendlich der Steuerungs- und Handlungsaufwand eingespart werden kann. Beispielsweise kann dies auch in den einzelnen Büros selbst geschehen. Werden die Büros 1 bis 8 nicht lediglich als Black Box gesehen, können Optimierungsprozesse vorangetrieben werden. So könnten die Schecks bei den verschiedenen Bearbeitungsstellen am selben Ort angeliefert und abgeholt werden. In der Regel verursachen Übergangs- und Liegezeiten im Ablauf- und Fertigungsbereich (hier die Abwicklung der Schecks) einen hohen Anteil an der Durchlaufzeit. Daher sollte als primäres Ziel darauf geachtet werden, ähnliche Bearbeitungsschritte in einem Büroabschnitt oder zumindest in zusammenliegenden Abschnitten zu ermöglichen. Da Mitarbeiter im System durch diese Weise sich im Zuge der Selbstorganisation selbst besser kontrollieren können, werden Fehler schneller behoben. Die vom Kunden (also den Scheckausstellern) gewohnte Schnelligkeit und Zuverlässigkeit ist dadurch gewährleistet. Dennoch müssen intern Qualitätskontrollen durchgeführt werden, die ebenfalls Fehler reduziert und Optimierungen vorantreibt. Aber auch extern können Faktoren verbessert werden, um die Abläufe auch in Zukunft schnell abwickeln zu können. Dabei darf aber nicht nur auf die Produktqualität (bessere, fälschungssichere Schecks) geachtet werden, sondern auch auf die Prozessqualität. Durch eine zunehmende Automatisierung durch Netzwerkbasierten Geldtransfer (Schecks werden immer weniger ausgestellt) verliert der Mensch in ablauftheoretischer Sicht an Bedeutung. Dies führt zunehmend zu einem sachlichen und zeitlichen Austausch vom Menschen zum Computer. Die Mitarbeiter erhalten durch diese Umstrukturierung andere arbeitstechnische Aufgaben, die zur Qualitätssicherung und der Materialbereitstellung (neu ausgestellte Schecks, die bearbeitet werden müssen) beitragen. Die Flexibilität der Arbeitnehmer ist in diesem Punkt gefordert. Diese übernehmen zunehmend administrative und überwachende Aufgaben im automatisierten Prozess. Dennoch, durch eine verstärkte Teamorientierung können Abläufe und Arbeitsergebnisse verbessert werden. Dies geht Hand in Hand mit der Ausweitung der Entscheidungskompetenzen jedes Einzelnen. Durch die Abflachung der Hierarchien können die Aufgaben besser und prozessorientierter gestaltet werden.

Ein gutes Prozesslayout schließt ein gutes Bürolayout mit ein.

Es ist von enormer Wichtigkeit, die Mitarbeiter in den Planungsprozess zu integrieren. Diese müssen letztendlich die Prozesse managen und ausführen. Auf jeden Fall sollten im Zuge der Planung die von Seiten der Arbeitnehmer gemachten Lösungsalternativen mit berücksichtigt werden. In diesem Zug könnten auch nochmals die Prozessschritte hinterfragt werden. Die Einbeziehung der Angestellten in die Planung des Arbeitsplatzes und in die Abläufe, erhöht deren Akzeptanz in erheblichem Maße. Die Frage nach einem Richtigen Konzept ist damit noch nicht beantwortet. Welches Layout sinnvoll erscheint, liegt in entscheidendem Maße ab vom Einzelfall. So spielen verschiedene Einflüsse unterschiedliche Rollen im Layout eines Systems. Beispielsweise müssen auch die Menschen, die in diesen Räumen Aufgaben erledigen, mit berücksichtigt werden. So sind die Lichtverhältnisse von enormer Wichtigkeit. Die Hawthorne-Experimente haben vor fast einhundert Jahren bereits gezeigt, dass Licht zwar nicht der entscheidende Faktor, vielmehr aber das Care Prinzip1 von entscheidender Bedeutung ist.

Problem der Wasserversorgung

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Der Klimawandel als auch die wachsende Weltbevölkerung in den Schwellenländern stellen die Umwelt vor neue Herausforderungen. Insbesondere ist hiervon die sonst natürliche Ressource Wasser betroffen. Wasser ist wie kein anderes Gut so stark in sämtliche Lebensbereiche des Menschen integriert, dass sie oftmals als zu selbstverständlich gesehen und genutzt wird. Wasser ist eine für den Menschen elementare Ressource, deren Zugang oft nur durch hohe Anstrengungen bewältigt werden kann. In einigen Regionen der Erde führen regelrechte Wasserkonflikte bereits zu ersten kriegerischen Ausschreitungen und politischen Konflikten.

Folglich geraten Themen rund um das Wasser vermehrt in den Fokus internationaler Organisationen, der Politik und Gesellschaft. Messen, Kongresse und Ausstellungen wie die Weltwasserwoche in Stockholm oder der IWA World Water Congress zeugen von der Aktualität der Thematik und stehen für das stetig steigende Bewusstsein zum Thema Wasser als Ressource der Gesellschaft. So ist es hinlänglich bekannt, dass ohne Wasser kein Lebewesen überleben, kein Wohlstand gebildet und kein Glück gesucht werden kann. Wasser ist ein unersetzbarer Stoff, der nicht nur als Lebenserhaltung, sondern auch Voraussetzung zahlreicher Produktionsprozesse in der Landwirtschaft und Industrie gesehen werden kann. Schaut man auf die Wasservorkommen in Mitteleuropa, so kann angeführt werden, dass hier die Wasserver- als auch entsorgung geregelt ist. Jedoch gibt es zahlreiche Teile der Erde, in denen eine massive Wasserverknappung an der Tagesordnung ist. So erleiden jährlich etwa 500 Millionen Menschen Erkrankungen aufgrund einer unzureichenden Wasserversorgung, von denen zwei Millionen Menschen sterben. Rund sechzig Prozent der weltweiten Kindersterblichkeit ist auf Ursachen zurück zu führen, die durch den Konsum verschmutzten Wassers hervorgerufen werden. Die auftretenden Krankheiten sind beispielsweise Cholera, Tuberkulose oder Trachome. Schaut man auf die Entwicklungs- und Schwellenländer, so sind mit einer unzureichenden Wasserversorgung auch Effekte wie Vertreibung, Verarmung und ökologische Defizite verbunden. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource und erlangt durch seine natürliche Beschränktheit eine elementare Bedeutung in vielen Teilen der Erde.

Wasser wird somit zunehmend zu einem strategischen Anliegen. Hier bedarf es einem verantwortungsvollen Handeln. Viele Staaten haben haben deshalb Abkommen geschlossen, die die Ressource Wasser in grenzüberschreitenden Regionen regeln. Dabei soll die Gefahr der übermäßigen Verschmutzung als auch der zu starken Nutzung vorgebeugt werden. Die Interessen der Beteiligten sollten dahingehend ausgleichend berücksichtigt werden, sodass ein gemeinsames Wohl sichergestellt und Nutzenkonflikten aus dem Weg gegangen werden kann. Konflikte können in diesem Zusammenhang unterschiedliche Ursachen haben. So können diese territorial zwischen mehreren Ländern oder sozial in Bezug auf arme und reiche Menschen begründet sein. So prophezeite die Weltbank bereits im Jahre 2004, dass die Kriege dieses Jahrhunderts nicht mehr wegen des Öls, vielmehr aber wegen des Wassers ausgetragen werden.

Schaut man auf den gesamten Wasservorrat der Erde, so wird dieser auf 1,4 Milliarden Kubikkilometer geschätzt. Jedoch sind davon 97% Salzwasser und lediglich 2,5% Süßwasser. Davon sind wiederum 65% in Eis auf den Polarkappen und in Gletschern gespeichert. Weitere 30% liegen im Grundwasser und weniger als 1% ist in Flüssen und Seen verfügbar. Die Regeneration des verschmutzten Wassers ist in einem Kreislauf eingebunden, der durch die Sonnenenergie gespeist wird. Angetrieben davon verdunsten auf den Meeren jährlich etwa zwischen 400.000 und 450.000 Km³ Wasser. 90% davon regnen wieder über den Salzwasserflächen ab. Lediglich die restlichen 10% erreichen im Verbindungskreislauf das Festland. Rechnet man das Wasser, welches auf den Kontinenten verdunstet mit hinzu, kommt man auf etwa 110.000 Km³. Davon fließen wieder 40.000 Km³ durch die Flüsse in die Meere. Damit schließt sich der Verdunstungskreislauf zwischen den Meeren und dem Festland. Eine statistische pro Kopf Verteilung auf die 6,9 Mrd. Menschen der Erde sei an dieser Stelle nicht zielführend, zumal die Wasservorkommen nicht gleichmäßig verteilt sind. Auch kann nicht pauschal gesagt werden, dass der Niederschlag auf dem Festland ohne weiteres den Einwohnern zur Verfügung steht, denn etwa ¾ dieser Vorkommen fließen ohne jemals genutzt zu werden in die Ozeane zurück. Weitere 5.000 km³ regnen in schwer zugänglichen Regionen wie beispielsweise in den Alpen oder über Russland ab. Lediglich der Rest ist unmittelbar zugänglich. Aufgrund der regionalen Unterschiede der Trinkwasserverfügbarkeit ist es eine Frage der Technik, wie die Ressource auch in Regionen mit geringer Verfügbarkeit genutzt werden kann. Hierbei kann man sich Dammbauprojekten, Brunnenbohrungen oder Leitungsnetzen bedienen. Jedoch reicht dies nicht aus, um Menschen abseits von Netzversorgungen, den sogenannten Remote Areas zu bedienen. Hier müssen andere Wege gefunden werden, die abgelegene Regionen mit Wasser versorgen.

Eine Möglichkeit besteht hierbei in der Versorgung durch Tankanlagen. Zudem kann Wasser durch Filteranlagen gereinigt werden. Dies ist je nach Region jedoch mit sehr hohen Aufwendungen verbunden, da diese Filter durch Fachpersonal gereinigt und instandgehalten werden müssen. Teure Filterkartuschen machen die Ressource Wasser zudem teuer. Auch besteht die Gefahr der Verkeimung innerhalb einer Filteranlage. Es ist deshalb unabdingbar, dass eine Technik innoviert wird, die es den Usern ermöglicht, ihr Trinkwasser selbst zu produzieren. Die Vorgehensweise zur Trinkwassergewinnung soll dabei von der Natur kopiert werden. Über Verdunstungsprozesse wird eine Art natürlicher Filter erstellt, der es ermöglicht reines Trinkwasser zu produzieren. Es soll das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe angewendet werden. Das Problem der meisten Regionen der Erde ist nicht die Verfügbarkeit von Wasser, vielmehr ist die Verfügbarkeit von Trinkwasser eines der wichtigsten Aspekte, die bedacht werden muss. Dies gilt nicht nur für Schwellenländer oder Länder der dritten Welt. Auch sehr stark industrialisierte Länder wie die UAE haben das Problem der natürlichen Grundwasserversalzung in Küstenregionen.

Es ist anzumerken, dass die Technik nicht nur in Schwellenländern oder Ländern der dritten Welt angewendet werden kann. So verfügt die UAE beispielsweise über jegliche Mittel, ein hervorragendes Netz auszubauen. Jedoch lohnt dies nicht immer, wenn einzelne abgelegene Häuser von hervorragender Bausubstanz mit dem Leitungsnetz verbunden werden. Hier besteht die einzige Möglichkeit der Wasserversorgung über Tankanlagen, die regelmäßig befüllt werden. Dies ist jedoch mittel- als auch langfristig mit hohen Kosten verbunden. Durch die Sunwater-Factory ergibt sich hier eine Möglichkeit, Trinkwasser aus verunreinigtem Wasser herzustellen. Es handelt sich hierbei um eine Low-Tech Apparatur, welche effektiv zur Gewinnung von Trinkwasser aus kontaminiertem Wasser genutzt werden kann. Dabei bedient man sich dem Konzept des globalen Wasserkreislaufs in der Natur. Mit Hilfe von Sonnenenergie wird Wasser zur Verdunstung gebracht und anschließend wieder aufgefangen. Die modulare Bauweise ermöglicht es, die Trinkwassergewinnung an die jeweiligen Gegebenheiten einzelner Länder anzupassen. Der Vorteil gegenüber ähnlichen Produkten besteht darin, mehrere Einheiten verketten zu können. Das dabei entstehende System ermöglicht einen Multiplikatoreffekt. Der Brauchwassereintritt als auch der Trinkwasseraustritt kann ohne Energiezufuhr geschehen. Folglich ist das System vollkommen autark und kann in Regionen, die über keine Infrastruktur verfügen, mühelos, abhängig von der Anzahl der aneinander geketteten Module innerhalb weniger Stunden in Betrieb genommen werden.

Dubai_feldtest_04

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Kompetenzentwicklung durch Open Innovation

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Mangelnde Kreativität, hohe Flopraten, mangelnde Koordination und Innovationsphobien sind nur einige Gründe, warum Innovationsprozesse in Systemen heutzutage ineffektiv und unwirtschaftlich durchgeführt werden. Dies liegt u.a. auch daran, dass traditionelle Techniken der Innovation, über welche Kunden und Mitbewerber erst in der Markteintrittsphase von neuen Produkten erfahren, angewandt werden. Bisher halfen aufwendige, traditionelle Positionierungsmodelle, das Produkt am Markt mit dem Ziel zu positionieren, eine bis dahin unbekannte Käuferschaft anzusprechen. Die Ernüchterung der Unternehmen im Falle eines Flops kam immer dann, wenn sich die Verkaufszahlen nicht in dem Umfang realisierten, wie zuvor in der Strategischen Planung festgelegt. In den Konsumgütermärkten liegen die Flopraten bei 80%. Hiervon sind Kleinstbetriebe, KMU als auch Großunternehmen betroffen.

Der schnelle Wandel im heutigen Wirtschaftsleben, als auch die zunehmend technische und soziale Komplexität und die Unsicherheit auf den internationalen Märkten, lassen es nicht mehr zu, den Kunden vom Entwicklungsprozess auszuschließen. Im B2B-Bereich wird der Kunde bereits seit Jahrzehnten mit eingebunden, um seine genauen Vorstellungen zu verwirklichen. Eigenen Befragungen zufolge gibt es Unternehmen, die diese Art der Kundenintegration seit Jahren betreiben, sich dessen jedoch aus wissenschaftstheoretischer Sicht gar nicht im Klaren sind.

Im anonymen Konsumgütermarkt stellt sich die Kundenintegration erheblich schwieriger dar, da dort oftmals der Produzent einer völlig anonymen Käuferschaft gegenüber tritt. Dabei kann die Integration der Abnehmer im Innovationsprozess auch bei einfachsten Produkten erfolgversprechend sein. Hier werden bestimmte Kunden mit einbezogen und ermutigt, Produkte mitzugestalten. Jedoch ist es oftmals nicht einfach, sog. Lead-User zu identifizieren. Hier bedarf es neuer Konzepte und Ideen, Nutzer am Entwicklungsprozess teilhaben zu lassen. Web-2.0 Technologien können an dieser Stelle einen Beitrag leisten, um von Seiten des Unternehmens mit dem Kunden massenhaft in Kontakt zu treten, ohne dass die Kosten explodieren. Bei Web 2.0 wird – im Vergleich mit der traditionellen Außenkommunikation, d.h. Werbung – keine Ein-Weg-Kommunikation realisiert, sondern die Kunden können ihre Vorschläge und Ideen dem Unternehmen mitteilen und sich selber für die weitere Einbindung durch ihren Aktivitäts- und Innovationsindex qualifizieren. Dabei setzt das Unternehmen die Zwei-Wege-Kommunikation ein, indem es auf die zukünftigen Nutzer, die nicht mehr als einfache Konsumenten gesehen werden, hört. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Kunden bei bestimmten Weiterentwicklungen aus technischer Sicht hilfreich sein können, wenn sie nicht über das notwendige Know-How verfügen. Es ist in diesem Fall zu untersuchen, in wie weit der Kunde hier im Rahmen des Open-Innovation mit einbezogen werden kann.

Durch diese Art der neuen Innovationsform kann nicht nur das Unternehmen vom Kunden, sondern vielmehr auch der Kunde vom Unternehmen lernen. Hier kann es zu beidseitigen Kompetenzentwicklungsprozessen kommen. In welchem Umfang die Kunden vom Unternehmen lernen und Kompetenz aufbauen können, ist zu untersuchen. Dazu gilt es Lead-User zu identifizieren und diese in ihrem Lernprozess zu fördern. Ob ein Nutzer Kompetenzen aufbauen kann, ist jedoch nicht immer direkt erkennbar. Das Unternehmen kann hier Grundlagen schaffen und bestimmte Plattformen zur Verfügung stellen. Auch ist zu hinterfragen, ob die User bestimmtes Wissen und Werte mitbringen sollten, um am Innovationsprozess teilhaben zu können. […]

In einem internationalen Projekt zur Trinkwassergewinnung http://www.sunwaterfactory.com werden Daten bezüglich der Kompetenzentwicklung unterschiedlicher Interessengruppen erhoben. Das mit der Gesellschaft für Innovationstechnologie arbeitende Forschungsinstitut in Dubai bietet hierbei eine gute Plattform zur Untersuchung.

Hintergrundinformationen zum Problem der Wasserversorgung

Download Handout: Kompetenzentwicklung durch Open Innovation

Dubai_feldtest_03

Dubai_feldtest_06